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warmen Fürsprechers, während Y. der Sohn eines sehr hohen preussischen Beamten war, der sein ganzes Leben hindurch – in der allerbesten Gesellschaft verkehrt hatte, dort wohl gelitten und angesehen war.

Der Professor, welcher dieses feinsinnige Urtheil über gesellschaftliche Bildung abgegeben hatte, war – wie wir mit Bedauern hinzufügen – aus Preussen gebürtig.

Sehr interessant ist auch der Cliquenführer in Concerten. Er geht in die grossen Concerte des Orts, sitzt vorn und hört aufmerksam zu, selbst wenn er nicht im Stande ist, eine Melodie von Offenbach von dem Mozartschen Requiem zu unterscheiden. Die Künstler sind erfreut, das Urtheil des grossen Mannes zu hören. Die servile akademische Welt drängt sich um ihn, um etwas von der Wärme seiner Geistesstrahlen abzukommen. In akademischen Privatgesellschaften singt vielleicht seine Tochter, obwohl man ihren Gesang eher mit dem Geschrei eines Wellensittigs oder dem Grunzen eines Frischlings vergleichen könnte. Aber die akademische Gesellschaft ist sehr erbaut davon und entdeckt jedesmal rapide Fortschritte. Singt ein Mädchen, welches nicht zur Clique gehört, sehr anmuthig und sehr schön, so wird jener Cliquenmann die Achseln zucken – man wird an dem Gesang absolut nichts finden können, der Vortrag wird roh sein, die Stimme unangenehm u. s. w. Die Lüge feiert die wildesten Orgien!

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Hans Flach: Der deutsche Professor der Gegenwart. Leipzig 1886, Seite 125. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Flach_Der_deutsche_Professor.djvu/133&oldid=- (Version vom 18.8.2016)