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oder Salzsäure digerirt worden, glühend wurde, wenn er in einen Strom von Wasserstoffgas gebracht ward[1]. Diese Wirkung kann ich nun durch die beschriebenen Verfahrungsweisen (570. 601. 605) nach Belieben mit Drähten oder Platten hervorbringen. Nimmt man eine kleine Platte, die so geschnitten ist (Fig. 4 Taf. III), daß sie das Glas in wenigen Punkten berührt und das gebildete Wasser sogleich abfließen läßt, so ist der Verlust an Wärme so gering, die Platte einigermaßen dem schwammigen Platin ähnlich, und die Wahrscheinlichkeit eines Mißlingens ganz entfernt.

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610) Döbereiner bezieht die Erscheinung ganz auf eine elektrische Thätigkeit. Er meint, das Platin bilde mit dem Wasserstoff eine gewöhnliche voltasche Kette, worin der Wasserstoff als höchst positiv die Stelle des Zinks vertrete, und, wie dieses, Sauerstoff anziehe und sich mit ihm verbinde[2].

611) In ihren beiden vortrefflichen Aufsätzen zeigten die HH. Dulong und Thénard, daß Temperaturerhöhung die Wirkung begünstige, deren Beschaffenheit aber nicht ändere, indem Humphry Davy’s glühender Platindraht dasselbe Phänomen sey, wie Döbereiner’s Platinschwamm. Sie zeigten ferner, daß alle Metalle dieß Vermögen im stärkeren oder schwächeren Grade besitzen, daß dasselbe sogar Körpern, wie Kohle, Bimstein, Porcellan, Glas, Bergkrystall u. s. w. eigen sey, wenn deren Temperatur erhöht werde; und daß eine andere von Davy beobachtete Erscheinung, wo Sauerstoff und Wasserstoff sich bei einer Hitze unterhalb des Glühens langsam mit einander verbanden, wirklich dadurch bewirkt sey, daß das erhitzte Glas diese Eigenschaft mit den oben genannten Körpern theile. Sie geben an, daß


  1. Annal. de chim. et de phys. T. XXIV p. 383.
  2. Annal. de chim. et de phys. T. XXIV p. 94. 95. – Auch Bibliothèque universelle. T. XXIV p. 54.