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auch bey Meinen höchsten pflichten vmb solche handlung gar nichz verstehe, hab mich auch Mein Lebenlang Ny vnterstanden das zu lernen, solt dan da gehandelt werden, das Ewr Fürstl. Gn. vnnd derselbigen Landschafft zu großen schaden vnndt Nachtail Reichen das wer mir Getrewlich Laidt, es möchten auch by Lewt Edel vnndt vn-Edel ein Verwunderung darob haben, das ich mir ain solches das mir doch ganz nit gebüret hat, anstaden lasen vnnd mir die schuldt vor all andern, als einem alten töreten aufgelegt werden, Möcht mir auch Vast verkerlich sein, dann ich es auch bey Meiner aldz pflichten nit verste, darumb bit ich Ewr Fürstl. Gn. In aller Vnderdenigkeit mich soliches gn. zu erlaßen, als ich dann on allen Zweiffel bin Ewr Fürstl. Gn. gnediglich thon werden, das will ich In aller Vnderdeniglich vmb Ewr Fürstl. Gn. Raten solt, als ich dann auch In ganzer Wahrheit meins Verstanz gern thun wolt, so kunt ich in Warhait kain beserst bedenken, Noch raten, dann das Ewr Fürstl. Gn. disen Handel iezund ain rue geben, biß daß gegenwärtig Wetter vom Hymel kumpt[1]


  1. Mit diesen Worten, daß gegenwärtig Wetter etc. zielte er auf den der Religion wegen damahls vorgewesenen Speyrischen Reichstag, bey welchem bekanntlich von den Katholischen beschlossen wurde, daß niemand in der Religion etwas ändern solle, wogegen jedoch Kurfürst Johann von Sachsen, Marggraf Georg von Brandenburg, die Fürsten Ernst und Friedrich von Lüneburg und Landgraff Philipp von Hessen feyerlich protestirten, am 16 April 1529.