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Der Mädchenwechsel.

Da gehn sie hin, die lange Wochen
Mir schufen unermessnes Leid!
Die eine war bestimmt fürs Kochen,
Die andre galt als Stubenmaid.

5
Da gehn sie hin, nachdem Verderben

In meine Wirtschaft sie gesät,
Und lassen hinter sich die Scherben,
Das Trümmerwerk vom Hausgerät.

O, dass ich wechseln muss schon wieder!

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Und doch, wohl mir, dass ich es kann!

Ach, wüchsen nur der grausen Hyder
Nicht immer neue Häupter an.

Wie oft schon hab’ ich es gesehen,
Dies Schauspiel, dass mir längst ein Graus!

15
Es kommen Mädchen, Mädchen gehen

Nur der Soldat hält sich ans Haus.

Den stets ich in der Küche finde,
Seitdem ein halbes Jahr entfloh’n,
Er liebt, – fast halt’ ich es für Sünde –

20
Jetzt meine dritte Minna schon.


Die vierte wird im Feuerscheine,
Die fünfte sehn[1], von ihm geliebt!
Ach, dass es auch nicht eine, eine
Vollkommen zuverläss’ge giebt!

25
Geht hin, ihr beiden, meine Plage,

Lebt wohl, ihr meine stete Not! –
Verbittert andern ihre Tage!
Versalzet andern jetzt ihr Brot!

Ich seh’ euch ohne Kummer scheiden,

30
Denn Gutes habt ihr nie gethan.

Da kommen schon die neuen beiden –
Ich seh’ sie ohne Hoffnung nah’n! –


Johannes Trojan.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: stehn
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Verschiedene: Die zehnte Muse. Otto Elsner, Berlin 1904, Seite 337. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_zehnte_Muse_(Maximilian_Bern).djvu/343&oldid=3304024 (Version vom 31.7.2018)