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Stets war ich für dich zu finden,

Rasch vergass ich jeden Groll,
Aber deine letzten Sünden –
Nein, die waren gar zu toll.
Immerdar sind wir geschieden,

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Noch einmal sei dir’s gesagt;

Also geh’ und lass’ in Frieden,
Den so lange du geplagt.

Doch sie schmeichelt: »Schick’ mich, Schätzchen,
Ungehört nicht von dir fort;

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Nur ein Fünfminutenschwätzchen –

Und ich gehe, auf mein Wort!
Ruhig bin ich und vernünftig,
Und mein Unrecht reut mich schwer;
Glaube mir, ich werde künftig

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Dich erzürnen nimmermehr.«


Tritt denn ein! rief ich der Liebe,
Die mich störte, unwirsch zu;
Aber mach es kurz, Verehrte,
Und dann lasse mich in Ruh!

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Doch kaum steht sie auf der Schwelle,

Schliesst die Thür sie hinter sich,
Spricht: »Für alle weitern Fälle,
Die den Schlüssel führt, bin ich.

Was? dich reut’s, dass aufgeschlossen

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Du die Thüre? Ohne mich

Kannst du leben! Narrenpossen!
Bester Schatz, ich kenne dich!
Hat man jemals hören müssen
Von der Jugend solch ein Wort?

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Aber, traun, du sollst es büssen,

Und ich bleibe, dir zum Tort.

Ja ich bleibe! Ihre Rechte
Opfert nicht die schlecht’ste Frau,
Und die meinen, – nun ich dächte,

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Sind bekannt dir sehr genau.

Drum am besten ist’s, wenn gütlich
Du des Streites dich begiebst;
Sieh, du bist schon ganz gemütlich,
Und bei dir ist’s – allerliebst!«


Richard Leander.



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Verschiedene: Die zehnte Muse. Otto Elsner, Berlin 1904, Seite 323. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_zehnte_Muse_(Maximilian_Bern).djvu/329&oldid=3304008 (Version vom 31.7.2018)