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Abendlicht.

Am Waldesrande ging ein armes Weib,
Das jüngste Kind lag an der matten Brust,
Und an der rechten Hand hielt sie das andre.
Das jauchzte auf in kindlich heller Lust,

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Als durch die Baumeskronen golden glänzte

Das Abendlicht der Sonne und den Pfad
Mit einem lichten, letzten Strahl beschien,
In den der Fuss des armen Kindes trat.

     Da liess es schnell die Hand der Mutter los

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Und beugte nieder sich, den hellen Schein

Mit seinen Händchen zu erfassen. Doch
Die Mutter sprach: »Komm weiter! Lass das sein!
Das da – ist nicht für uns!« – und zog es auf.

     Und weiter schritten sie, indes zur Rüste

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Die Sonne ging, aufflammend heiss und fahl.

Des Weibes abgehärmte Züge küsste,
Die toten Augen lind ihr letzter Strahl.


John Henry Mackay.




Der Geiger.

Locken und Busenbänder weh’n!
Von Wangen und von Stirnen
Strömt heisser Duft! Im Kreise dreh’n
Die Burschen sich und Dirnen!

5
Die laute Freude macht sich breit,

Geberden werden deutlich;
Die Burschen sind voll Zärtlichkeit,
Die Dimen lächeln bräutlich,
Die Schüchternheit, die zage, weicht,

10
Der Taumel herrscht, der kecke! – – –


Nur der Eine, der die Geige streicht,
Sitzt stille in der Ecke.

Das blickt und lacht so jugendfroh
In wirbelndem Entzücken!

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Das ist ein Jauchzen und ein Halloh!

Ein Küssen und ein Drücken!

Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Die zehnte Muse. Otto Elsner, Berlin 1904, Seite 273. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_zehnte_Muse_(Maximilian_Bern).djvu/279&oldid=3303954 (Version vom 31.7.2018)