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Des Sultans Dank.

Zum Sultan Murad sprach sein Grossvezier:
»Herr, diese Schale, schillernd wie Opal,
– Gewähr dem Knecht die Gnade – bring ich dir
Als Wundergabe für dein Königsmahl.

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Gelobt sei Allah, der mich würdig fand,

Dass ich dies Zauberwerk für dich erstand.
Ein Derwisch der es mir zum Kaufe bot,
Verriet mir, wie geheimnisvoll es wirkt!
Dies seltsame Gefäss wird feuerrot,

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Wenn nur ein Stäubchen Gift die Speise birgt.«


Der Sultan schweigt, und düster wird sein Blick.
Dann schreit er auf: »Was soll dies Zauberstück?
Hinweg damit! Du willst mein Diener sein
Und bringst mir täppisch jauchzend einen Hort,

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Der ewig warnen soll vor feigem Mord,

Und flösst des Argwohns dunkles Gift mir ein?
Vor meinem Thron zerschmettre den Opal,
Und frei von stumpfer Angst schreit’ ich zum Mahl!«

Emil Faktor.





Das Schiff.

[Dieses Gedicht ist erst ab dem Jahr 2034 gemeinfrei]

Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Die zehnte Muse. Otto Elsner, Berlin 1904, Seite 262. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_zehnte_Muse_(Maximilian_Bern).djvu/268&oldid=- (Version vom 31.7.2018)