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Friedr. Werner von Oestéren.




Der Hase und die Katze.

Eine Katze und ein älterer Hase
Wanderten einst die gleiche Strasse.
Bald schlossen Freundschaft im grünen Revier
Der Hase und das Katzentier,

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Und es beschlossen die wackeren beiden,

Vereint zu tragen der Wanderschaft Leiden.

So sind sie denn an ein Wirtshaus geraten,
Dran hing ein Schild: „Frischer Hasenbraten!“
Kaum hatten die beiden dieses gelesen,

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Hui! Ist da der Hase am Laufen gewesen!

Zehn Spannen nahm er mit jedem Satze!
– – – – Aber erst die Katze!


Gustav Hochstetter.




Motten.

»Was nur dadrinnen der Graukopf macht?
Er blättert bis tief in die späte Nacht
In alten Büchern hin und her,
Als ob drin was zu finden wär’.

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Ei sieh! er ist ja nicht zu Haus,

Heut spür’ ich sein Geheimnis aus.«
Ein Spätzlein piept’s und fliegt hinein;
Da liegen Bücher gross und klein;
Er wählt das grösste mit Bedacht

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Und hat an’s Blättern sich gemacht.

»Vergilbt Papier und arg befleckt!
Möcht’ wissen, wo der Wert da steckt.

Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Die zehnte Muse. Otto Elsner, Berlin 1904, Seite 237. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_zehnte_Muse_(Maximilian_Bern).djvu/243&oldid=- (Version vom 31.7.2018)