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Sie nimmt Besuche an, und lächelnd

Gewährt sie auch die tollsten Sachen,
Nur darf man später nicht vergessen,
Ein reich’ Geschenk dafür zu machen.

Der Gatte muss den Luxus schaffen,

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Bedürfnis ist er ihnen beiden,

D’rum muss er wuchern, unterschlagen
Und muss die rechten Wege meiden.

Die Frau betrügt ihn täglich, stündlich,
Wie er die Leute muss betrügen,

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Und so „geniessen“ sie das Leben

Stets lächelnd mit verzerrten Zügen.

Die Angst, Begierde und die Habsucht
Sind riesenhaft die drei Gewalten,
Die trotz des Zanks und trotz der Lügen

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Die beiden „treu" zusammenhalten.


Dasselbe wie dort in der Gosse,
Trotz Seidenkleid und Glühlichtbirne,
Der Rahmen anders, doch im Innern
Das gleiche Pärchen – Dieb und Dirne.

Robert Eysler.







Die Modepuppe.
(Gekürzt.)

So zierlich wie ein Marzipanfigürchen,
So niedlich, reizend, schmiegsam und charmant
Adrett, exakt, so trippelt wie am Schnürchen
Durchs Leben die Prinzessin aus Tragant.

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Doch hinter diesen Marzipan-Allüren

Liegt eine Katze, lüstig und voll Glut,
Die Phantasieen spinnt, die auszuführen
Das frechste Dämchen hätte nicht den Mut.

Das Surren dieser Katze kann man hören

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Oft im Salon beim Flirt mit dem Galan,

Doch sucht sie nur die Männer zu betören;
Mehr will sie nicht – damit ist’s abgetan.


Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Die zehnte Muse. Otto Elsner, Berlin 1904, Seite 179. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_zehnte_Muse_(Maximilian_Bern).djvu/185&oldid=3303854 (Version vom 31.7.2018)