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Tod den Philistern!

Das eben ist’s, dass es euch gleich ist,
Dass euer Wille windelweich ist,
Und dass ihr schlaft am hellen Tag!
Dass ihr das Schneckenhaus nur kennet,

5
Dass ihr nichts Höh’res euer nennet,

Dass euch kein Zornruf wecken mag!
     Wir sind im tiefsten Hass geschieden,
     Viel lieber Kampf als faulen Frieden!
          Tod den Philistern!

10
Es scheinen ehrenwerte Herren,

Die an dem alten Karren zerren,
Nun ja, sie schlugen keinen tot!
Sie schlafen nur bei ew’gen Fragen,
Und geht’s nicht ihnen an den Kragen,

15
So schlafen sie bei fremder Not.

     Wir sind im tiefsten Hass geschieden,
     Viel lieber Kampf als faulen Frieden!
          Tod den Philistern!

Sie sammeln Schätze, nicht dem Wissen,

20
Kein Zweifel hat ihr Herz zerrissen,

Kein ew’ges Rätsel quälet sie!
Sie essen, trinken, freien, lachen,
Und wenn sie nur Geschäfte machen,
So fragen sie nach andern nie!

25
     Wir sind im tiefsten Hass geschieden.

     Viel lieber Kampf als faulen Frieden!
          Tod den Philistern!

Sie lachen über alle Künste,
Die scheinen ihnen Nebeldünste

30
Und Zeitvertreib des Künstlers Thun!

Es schlägt ihr Herz so träg und trübe,
Es schlägt kaum schneller bei der Liebe,
Die Seele liebt nur träges Ruh’n.
     Wir sind im tiefsten Hass geschieden,

35
     Viel lieber Kampf als faulen Frieden!

     Tod den Philistern!

August Sturm.
Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Die zehnte Muse. Otto Elsner, Berlin 1904, Seite 170. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_zehnte_Muse_(Maximilian_Bern).djvu/176&oldid=3303844 (Version vom 31.7.2018)