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Bal paré.

Wirf doch die Rosen fort, Marie!
Lass doch die bunten Sommerranken,
Tanzt ja heute mit zitterndem Knie,
Liebste, ich will dir’s danken!

5
Weit im Park steht ein stilles Haus –

Horch! die Rappen stampfen am Wagen,
Komm, der Lärm ist nicht zu ertragen,
Komm, ich führ’ dich hinaus.

So, hier ist’s still, und nun bist du mein,

10
Lass nur den Arm um den Leib mich legen,

Trankst wohl wenig vom roten Wein?
Ich aber, ich dagegen!
Ach, der Wein war so schal und trüb’, –
Mädel, musst nicht an gestern denken,

15
Hunde und Pferde will ich dir schenken,

Dann aber hab’ mich lieb!

Lustig, Marie, so lache doch, Kind!
Morgen gehst du in Samt und Seide,
Sieh, wo die leuchtenden Fenster sind,

20
Sorgt man jetzt um uns beide.

Fürchtest dich wohl, du junges Blut,
Wärst wohl lieber ins Dorf gegangen?
Brauchst dich nicht schämen, brauchst nicht zu bangen,
Schatz, ich bin dir ja gut!

Martin Boelitz.






Schön Suschen.
(1776.)

Schön Suschen kannt’ ich lange Zeit;
Schön Suschen war wohl fein;
Voll Tugend war’s und Sittsamkeit;
Das sah ich klärlich ein.

5
Ich kam und ging, ich ging und kam.

Wie Ebb’ und Flut zur See.
Ganz wohl mir tat es, wann ich kam,
Doch, wann ich ging, nicht weh.


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Verschiedene: Die zehnte Muse. Otto Elsner, Berlin 1904, Seite 11. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_zehnte_Muse_(Maximilian_Bern).djvu/17&oldid=- (Version vom 31.7.2018)