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Mahnung.

Nicht wie der Tor, den man weise genannt,
Birg in der Tonne
Dich vor der Welt:
Lass’ von der Sonne

5
Das Herz dir bescheinen,

Bleibe den Reinen
Fröhlich gesellt!

Schöpf’ aus des Lebens ureigenstem Quell
Reichlicher Lehren

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Frischesten Trank;

Denn die Chimären,
Die schwächlichen Grillen,
Lähmen den Willen,
Machen dich krank.

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Weisst du, was auch noch im Alter dir hilft,

Hilft zu der Jugend
Feurigem Schwung?
Übe die Tugend
Des Liebens im Busen

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Und an den Musen

Küsse dich jung!

Justus Frey.
(1799–1878)





Seladons Armut.
(Gekürzt.)

Flora, meines Lebens Leben,
Sieh doch nicht auf Glanz und Pracht,
Deren keines mir gegeben,
Deren Lob bei mir verlacht:

5
Mir geliebt ein treuer Sinn

Und was ich wohl selber bin.

Trag ich schon nicht neue Kleider,
Ei, so mahnet mich auch nicht
Weder Schuster, weder Schneider,

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Wie wohl manchem oft geschicht:

Hab ich keinen guten Hut,
So ist das darunter gut!

Georg Greflinger.
(† 1677.)



Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Die zehnte Muse. Otto Elsner, Berlin 1904, Seite 125. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_zehnte_Muse_(Maximilian_Bern).djvu/131&oldid=3303796 (Version vom 31.7.2018)