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Und glückts ihm doch, dem Alles

10
Gelingt, wo Herzen jung,

Hier wird es schlimmsten Falles
Ein Seitensprung.

Dann ziehen beide wieder,
Weil keins die Spur verlor,

15
Zusammen treu und bieder

Ganz wie zuvor.

Theodor Vulpinus






Unterschiede.

Die Liebste ist hellblond,
Und ich bin brünett, –
Sie wird immer schlanker,
Und ich werde fett.

5
Sie nascht beim Conditor,

Und ich trink a Bier, –
Ich schiebe gern Kegel,
Und sie spielt Klavier.

Ich mache gern Verse,

10
Und sie malt in Oel, –

Sie ist oft elegisch,
Und ich bin fidel.

Sie hüllt sich in Seide,
Doch Loden schützt mich, –

15
Sie schwärmt jetzt für Ibsen,

Für Scheffel bin ich.

Wir sind gar verschieden
In Sitte und Brauch …
Sie gleicht mir nur darin:

20
Kein Geld hat sie auch!
Heinrich Schäffer.





La renommée.

Du bist einfach, du bist häuslich,
Bist in Gottesfurcht erzogen,
Was du sprichst, das hast du weislich
Wohl bedacht und wohl erwogen.


Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Die zehnte Muse. Otto Elsner, Berlin 1904, Seite 115. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_zehnte_Muse_(Maximilian_Bern).djvu/121&oldid=3303786 (Version vom 31.7.2018)