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Holde Kinder, hütet euch,

     Ihm ist nicht zu trauen,
Eh’ ihr noch es überlegt,
     Werdet ihr zu Frauen.

Ad. Pichler.





Nota bene!

     Vor mir Flaschen flüss’gen Goldes –
Nota bene: Wein vom Rhein,
Und dazu ein Kind, ein holdes –
Nota bene, welches mein:

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Bin ich froh, ein Epikur –

Nota bene: heute nur.

     Heut! Das Morgen bringt ja Sorgen –
Nota bene: dem, der sorgt;
Fehlt mir Geld, werd ich mir’s borgen –

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Nota bene, wenn man borgt.

Glücklich machen Lieb’ und Wein –
Nota bene: sie allein.

     Will mit dem Geschick nicht handeln –
Nota bene! heda! halt!

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Doch zur Scheuche darf’s nie wandeln

Meines Liebchens Huldgestalt.
Schönheit ist mir Lebensbrot –
Nota bene: bis zum Tod.

C. M. Bellman.





Krähenspott.

Des Frühlings erstes Ahnen
Zieht leise durch mein Gemüt,
Seh ich auf dem alten Pfade
Den ersten Strauch erblüht.

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Sie sind so kahl die Bäume,

Es ist so schwarz das Land.
Zwei Krähen dort auf der Eiche,
Die haben mich wiedererkannt.

Und sie fliegen vorbei und krächzen

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Und spotten, dass ich allein.

Denn selber die Krähen und Raben,
Sie wollen zu zweien sein.

Friedr. v. Hindersin.


Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Die zehnte Muse. Otto Elsner, Berlin 1904, Seite 101. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_zehnte_Muse_(Maximilian_Bern).djvu/107&oldid=3303772 (Version vom 31.7.2018)