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oder Franken widerstreitet, erkennen wir jene des Alamannen. Verschiedenheiten treten hier öfter hervor, als die Sagen Werk und Eigenthum des Volkes selbst, seiner angeerbten Vorurtheile, der Stufe seiner Bildung, seiner Gemüthlichkeit, seines Bodens und der von ihm auf demselben durchlebten Zeiträume sind; während nur die Form, in welcher sie, prosaisch oder poetisch, uns vorgeführt werden, den Bearbeitern angehört. Greifen diese tiefer in die Sache ein, so geht das Volksthümliche derselben leicht verloren; die Sagen gestalten sich zu Bildern um, welche die, mitunter glänzende Phantasie, der Dichter entworfen und an einen beliebigen Punkt geknüpft oder auch in luftiger Schwebe gelassen hat.

Nicht minder beachtenswerth für die hier vorliegende heimathliche Sagen-Sammlung dürfte der Umstand sein, daß sie zugleich als Führer durch ihr Gebiet, in und um Freiburg dienen möchte. Haben wir doch, neben umfangreichen Werken, für unsere nächste Pflanzenwelt eine spezielle Flora, und nebstdem zahlreiche Schriften über Gestein und Metallgehalt unserer Berge; warum sollte, zumal bei Ausflügen, nicht ein Sagenbuch zur Hand sein, welches den Reiz schöner Ruhepunkte noch dadurch erhöhte, daß es auch von ihren uralten Geheimnissen und dadurch von dem innersten Leben des Volkes Zeugniß giebt? Die Geschichte ist in solchen Fällen häufig zu lückenhaft und zu trocken; Uebergänge, Farbe und Wärme bringt die Sage herbei, die mitunter sogar über vergilbte Pergamente und staubige Aktenstöße verjüngend dahinschwebt.

Die Namen der Bearbeiter, soweit solche vorliegen, sind den einzelnen Mittheilungen derselben beigefügt.

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Heinrich Schreiber: Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau. Franz Xaver Wrangler, Freiburg 1867, Seite IV. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Volkssagen_der_Stadt_Freiburg_im_Breisgau.djvu/6&oldid=3302077 (Version vom 31.7.2018)