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in Tunis) kam Frau Toussaint als Botin der verstorbenen Frau Meranow (die wahrscheinlich heute noch in Tunis lebt), und wir führten Dich zu unserer Hehlerin, Madame Vais. Da ich aber stets vor Entdeckung zitterte, — man war mir hart auf den Fersen, — brachte ich dich bald nach Number nine und dann nach Yoshiwara. — Deine sämtlichen Briefe an Deine Mutter, außer der ersten Karte, die Du mich in den Kasten werfen sahst, sind niemals befördert worden. Das ist die nackte Wahrheit. Wenn es eine Sühne gibt für solches Tun — meine wahre Liebe zu dir und das Bewußtsein meiner Schuld, das mich wie ein Fegefeuer umglüht und in den Tod treibt! Vielleicht nützt das Geld, das meine Sünden Dir hinterlassen, der Sache der Yoshiwaraidee des irdischen Freudenhauses in diesem Jammertal, der echten, wahren, reinen Sinnenfreude, die die Lüge und heimliche Schande hinaustreibt und an Ihre Stelle die Schönheit, die Freiheit und die Größe setzt — dann habe ich trotz allem nicht umsonst gelebt. Der, der Dich mehr geliebt als sein Leben und seine Sünden

Boris.
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Hermione von Preuschen: Yoshiwara., Seite 184. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Yoshiwara_Preuschen_Hermione_von.djvu/183&oldid=- (Version vom 17.8.2016)