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Füßen und verbarg aufschluchzend seinen Kopf in ihrem Schoß. — „Was hast du?“ — „Ich liebe dich und ich habe dein Leben zerstört. Hätt’ ich dich früher finden dürfen. Nun ist alles, alles zu spät.“ — „Ich ging doch freiwillig zu Madame Vais.“ — „Ja, aber ich wußte, was deiner dort wartete und hab’ es verschwiegen, denn ich wollte dich besitzen um jeden Preis.“ — „Ist das deine ganze Schuld?“ fragte Indra leise. Er stöhnte laut, sprang auf und rannte in dem kleinen Teegarten auf und ab. „Komm, du bist aufgeregt“, sagte Indra; „der Abschied liegt dir in den Gliedern. Mir ist fast zumute wie einer Nonne, die ins Kloster muß, ins Kloster zu den heiligen Sünden. Du siehst, ich kann noch scherzen, aber meine Seele ist so erfüllt von der Harmonie und Schönheit dieses Tages, daß sie einen Glanz werfen in meine Seele, von dem ich meine, daß er alles Dunkel der Zukunft überstrahlen müsse. Nun sage mir, wie lange ich in Number nine bleiben soll, und wann du mich nach Yoshiwara in Tokio bringst, dem Freudenhaus des Lebens.“ — Er sah sie entgeistert an. „Du denkst schon ans Fortgehen?“

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Hermione von Preuschen: Yoshiwara., Seite 116. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Yoshiwara_Preuschen_Hermione_von.djvu/115&oldid=- (Version vom 17.8.2016)