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Shidoutti noch schlief, hatte Indra noch keinen Tee genommen, und sie trank ihn mit Boris im europäischen Hotel.

„Das ist nun mein letzter Europatag für lange,“ sagte sie sich, „wir wollen ihn ausnützen.“ Erst fuhren sie geradewegs zum Daibouts. Unterwegs kamen sie an vielen Villen vorbei. An der schönsten sagte der Rickshawmann: „that is the house of the proprieter of Number nine. Das ist das Haus der Eigentümerin von Nummer neun“. — Der berühmte riesige Bronzebuddha aus dem elften Jahrhundert, Daibouts genannt, steht in einem echt japanischen Park, mit Bächlein, Brücklein, Steinlaternen und Blütenbäumen, auf einem wundervollen Berghintergrund. Er ist so groß, daß man in sein Haupt hinaufsteigen kann, wie in das Haupt der Münchener Bavaria. Hiervon sahen beide jedoch ab. Indra konnte sich nicht satt sehen an dem Ausdruck seligen Friedens in den Zügen des Daibouts. Auch auf seinen Zügen lag ein Lächeln, aber es war nicht geheimnisvoll aufreizend wie das Lächeln der Monna Lisa — es war ein Lächeln völligster Weltentsagung. Indra

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Hermione von Preuschen: Yoshiwara., Seite 111. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Yoshiwara_Preuschen_Hermione_von.djvu/110&oldid=- (Version vom 17.8.2016)