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weggingen, wo er bemerkte, daß des Geistes Haar grau geworden war.

„Ist das Leben der Geister so kurz?“ fragte Scrooge.

„Mein Leben auf dieser Erde ist sehr kurz“, sagte der Geist, „es endet noch diese Nacht.“

„Diese Nacht noch!“ rief Scrooge.

„Heute um Mitternacht. Horch, die Zeit nahet.“

Die Glocke schlug drei Viertel auf Zwölf.

„Vergieb mir, wenn ich nicht Recht thue, zu fragen“, sagte jetzt Scrooge, scharf auf des Geistes Gewand blickend, „aber ich sehe etwas Seltsames, was nicht zu Dir gehört, unter Deinem Mantel hervorblicken. Ist es ein Fuß oder eine Klaue?“

„Nach dem wenigen Fleisch, was darauf ist, könnte es wohl eine Klaue sein“, gab der Geist traurig zur Antwort.

„Sieh hier.“

Aus den weiten Falten seines Gewandes hervor erschienen jetzt zwei Kinder: elend, abgemagert, häßlich und jammererregend. Sie knieten vor ihm nieder und hielten sich fest an den Saum seines Gewandes.

„O, Mensch, sieh hier. Sieh hier, sieh hier!“ rief der Geist.

Es war ein Knabe und ein Mädchen. Gelb, elend, zerlumpt und mit wildem, tückischem Blick; aber doch demüthig. Wo die Schönheit der Jugend

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Charles Dickens: Der Weihnachts-Abend. Übersetzt von Julius Seybt. G. Grote, Berlin 1877, Seite 91. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Charles_Dickens_Der_Weihnachts-Abend.djvu/104&oldid=- (Version vom 31.7.2018)