Seite:Aus Liudprands Werken.pdf/49

Diese Seite wurde noch nicht korrekturgelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du auf dieser Seite.
Diese Seite wurde noch nicht korrekturgelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du auf dieser Seite.


wahrgenommen. Daher erwarten wir jetzt euer Urtheil darüber, welch ein Lohn ihm gegenwärtig für so herrliche Thaten gebühre.“ Durch einstimmigen Anspruch wird nun Adelbert nach den Satzungen der alten Könige des Hochverraths schuldig erklärt, und zur Enthauptung verurtheilt. Aber als er gebunden zur Richtstätte geführt wurde, da blickte er den Hatto an, und sprach: „Ein Meineidiger bist du, wenn du es zugiebst, daß ich sterbe.“ Darauf Hatto: „Dich unverletzt aus der Burg heraus und ebenso wieder hineinzuführen, habe ich gelobt, und das meine ich damals erfüllt zu haben, als ich dich gleich nachdem wir deine Burg verlassen hatte, unverletzt und wohlbehalten wieder in dieselbe hineinführte.“ Da beklagte Adelbert seufzend, daß er dorthin gekommen sei und zu spät den Betrug des Hatto erkannt habe, und er folgte dem Scharfrichter eben so ungern, wie er gerne, wenn es hätte sein können, noch länger am Leben geblieben wäre[1].

7. Nach Verlauf weniger Jahre[2] nun, als die Ungern weder in den östlichen noch in den südöstlichen Ländern jemand fanden der ihnen Widerstand leistete – denn auch das Volk der Bulgaren und der Griechen hatten sie sich zinsbar gemacht[3] – da beschlossen sie, um keine Gegend unerforscht zu lassen, die unter dem südwestlichen Himmelsstriche wohnenden Nationen heimzusuchen. Sie sammeln also ein zahlloses Heer und ziehen nach dem unglücklichen Italien. Und da sie nun am Ufer der Brenta ihre Zeltchen, oder vielmehr Lumpendächer, aufgeschlagen, und während dreier Tage durch Kundschafter hatten ausforschen lassen, wie das Land beschaffen und ob es stark oder wenig bevölkert wäre, da kamen die Späher mit

Empfohlene Zitierweise:
Liudprand: Aus Liudprands Werken. Verlag der Dyk'schen Buchhandlung, Leipzig ohne Jahr, Seite 29. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aus_Liudprands_Werken.pdf/49&oldid=- (Version vom 13.9.2017)
  1. Vgl. Widukind (Geschichtschr. d. d. V. X, 6) I, 22. Ob diese Geschichte in der Wirklichkeit besser begründet ist, als so manche andere Erzählung Liudprands, ist zweifelhaft, doch war die Ueberzeugung von einer ihn verübten Treulosigkeit sehr verbreitet.
  2. Sollte vielmehr heißen: einige Jahre vorher.
  3. Die Griechen haben sie erst 934 heimgesucht.