Allgemeines Deutsches Kommersbuch:237

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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
Seite 472, 473
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auf den Ber=gen, in den Hai=nen ruf ich, Minka, dir.

     2. Nie werd ich von dir mich wenden; mit den Lippen, mit den
Händen werd ich Grüße zu dir senden von entfernten Höhn. Mancher
Mond wird noch vergehen, ehe wir uns wiedersehen; ach, vernimm
mein letztes Flehen: bleib mir treu und schön!

     3. Du, mein Olis, mich verlassen? Meine Wange wird erblassen;
alle Freuden werd ich hassen, die sich freundlich nahn. Ach, den Näch=
ten und den Tagen werd ich meinen Kummer klagen; alle Lüfte werd
ich fragen, ob sie Olis sahn!

     4. Tief verstummen meine Lieder, meine Augen schlag ich nieder;
aber seh ich dich einst wieder, dann wird’s anders sein. Ob auch all
die frischen Farben deiner Jugendblüte starben: ja, mit Wunden und
mit Narben bist du, Süßer mein!

Tiedge. 1808.


          526.     Das Dreigespann.     (I. 148.)

     Mäßig langsam. Kleinrussisch.

     1. Seht ihr drei Ros=se vor dem Wa=gen und die=sen
jun=gen Pos=til=lon? Von wei=tem hö=ret man ihn
kla=gen und sei=nes Glöck=leins dum=pfen Ton.

     2. Still ist der Wald, öd sind die Auen, und er, er stimmt sein
Liedchen an, |: singt von den Augen, den schönen blauen, die er nicht
mehr bewundern kann. :|

     3. „Lebt wohl, ihr Augen, ihr schönen blauen, denn ihr bereitet
mir nur Schmerz! Warum kann ich euch nicht mehr schauen, an denen
hing mein ganzes Herz?

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     4. „Leb wohl, du holde, zarte Jungfrau, du, meiner Seele Para=
dies; leb wohl, du Vaterstadt, o Moskau, wo ich mein alles hinter=
ließ!“

     5. Und rasch ergreifet er die Zügel, und vorwärts geht’s im
scharfen Trab; noch einmal schaut er dort die Hügel, noch einmal der
Geliebten Grab.


          527.     Blümlein auf der Heide.     (I. 146.)

     Leicht und anmutig.

     1. So viel der Mai auch Blümlein beut zu Trost und Au=gen=
weide, ich weiß nur eins, das mich erfreut, ich weiß nur eins, das
mich erfreut: das Blümlein auf der Hei=de, auf der Hei=
de, das Blümlein auf der Hei=de, auf der Hei=de.

     2. Ich seh vergrünen und verblühn die Welt im Frühlingskleide,
|: du aber bleibst mein Immergrün, :|: du Blümlein auf der Heide,
auf der Heide:|

     3. Kein Winter kann, o Blümelein, dir je was thun zuleide, ich
schloß dich in mein Herz hinein, du Blümlein auf der Heide, auf der
Heide.

Hoffmann von Fallersleben.


          528.     Treue.     (III. 40.)

     Innig.

     1. So viel Stern am Himmel ste=hen, an dem güld=nen blauen
     so viel Schäflein, als da ge=hen in dem grü=nen, grünen