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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Schauenforst
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 2. Anhang: Die Sagen des Herzogthums Sachsen-Altenburg, S. 406–407
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Erscheinungsort: Dresden
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Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
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[406]
101) Schauenforst.
S. Greß a. a. O. S. 119 fgg.

In der Nähe von Orlamünde auf dem linken Saalufer, ¼ Stunde vom Dorfe Rödelwitz über dem Hexengrunde erblickt man noch heute die Ruinen des Schauenforstes, eines hohen, runden Wartthurms mit einer Mauer, in deren Mitte das noch völlig erhaltene Burgthor mit steinernen Sitzen den Wanderer zum Eintreten in den weiten Burghof einladet. Düstere Tannen schmücken den Fuß des Burgberges, und Gras und Moos überwuchern die Trümmer der einst gewaltigen Feste. Ueber den Ursprung des sonderbaren Namens derselben erzählt man sich folgende Sage. Der Landgraf Ludwig von Thüringen lag in ewigem Streit mit den mächtigen Burggrafen von Orlamünde und es gelang ihm ebensowenig wie seinen Vorfahren, sich dieselben zu unterwerfen. Es fehlte ihm ein Rückenhalt, wohin er sich mit seinen Mannen bei seinen Kämpfen gegen sie zurückziehen konnte, eine feste Burg. Endlich erbaute er auf jenem nicht weit von Orlamünde gelegenen Berge eine stattliche Burg, welche weithin das Thal und die ganze Gegend beherrschte. Als der Bau beendigt war, lud er seine Gegner, mit denen er zufällig gerade nicht in Fehde lag, ein, sich das Schloß anzusehen, und nachdem er ihnen [407] die starken Mauern und Thürme, die tiefen Gräben und hohen Wälle gezeigt hatte, sprach er bedeutungsvoll zu ihnen: „schauet den Fürsten“. Daher heißt Burg und Berg noch heute der Schauenforst.