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Textdaten
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Autor: Heinrich Heine
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Titel: Ruhelechzend
Untertitel:
aus: Vermischte Schriften.
Erster Band
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S. 125–126
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1854
Verlag: Hoffmann und Campe
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Hamburg
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Heinrich-Heine-Portal und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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Vermischte Schriften 125.jpg
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[125]
I.
Ruhelechzend.


     Laß bluten deine Wunden, laß
Die Thränen fließen unaufhaltsam –
Geheime Wollust schwelgt im Schmerz,
Und Weinen ist ein süßer Balsam.

5
     Verwundet dich nicht fremde Hand,

So mußt du selber dich verletzen;
Auch danke hübsch dem lieben Gott,
Wenn Zähren deine Wangen netzen.

     Des Tages Lärm verhallt, es steigt

10
Die Nacht herab mit langen Flören.

In ihrem Schooße wird kein Schelm,
Kein Tölpel deine Ruhe stören.

[126]

     Hier bist du sicher vor Musik,
Vor des Piano-Fortes Folter,

15
Und vor der großen Oper Pracht

Und schrecklichem Bravourgepolter.

     Hier wirst du nicht verfolgt, geplagt
Vom eitlen Virtuosenpacke
Und vom Genie Giacomo’s

20
Und seiner Weltberühmtheitsclaque.


     O Grab, du bist das Paradies
Für pöbelscheue, zarte Ohren –
Der Tod ist gut, doch besser wär’s,
Die Mutter hätt’ uns nie geboren.