Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen: Schwepnitz

Textdaten
<<< >>>
Autor: o. A.
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Schwepnitz
Untertitel: {{{SUBTITEL}}}
aus: Markgrafenthum Oberlausitz, in: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Band 3, Seite 83–84
Herausgeber: Gustav Adolf Poenicke
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: o.J. (1854–1861)
Verlag: Expedition des Albums Sächsischer Rittergüter und Schlösser
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer: {{{ÜBERSETZER}}}
Originaltitel: {{{ORIGINALTITEL}}}
Originalsubtitel: {{{ORIGINALSUBTITEL}}}
Originalherkunft: {{{ORIGINALHERKUNFT}}}
Quelle: Commons und SLUB Dresden
Kurzbeschreibung:
{{{SONSTIGES}}}
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
20160509705MDR Schwepnitz Herrenhaus.jpg
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[Ξ]
Schwpnitz


[83]
Schwepnitz


Schwepnitz liegt in Mitten der ansehnlichen Waldungen, welche sich von Königsbrück nach Preussens naher Grenze hinziehen, 2 Stunden westlich von Kamenz und 1 5/8 Stunde nördlich von Königsbrück, an der von Kottbus nach Dresden führenden Chaussee und an den sich kreuzenden Strassen nach Hoyerswerda, Senftenberg, Kamenz und Ortrand, und wird von der Goldbach, welche sich in dem benachbarten Grüngräbchen mit dem Schwarzwasser vereinigt, durchschnitten. Der Ort zählt 270 Bewohner und 41 Häuser, worunter 10 Bauergüter und 8 Gärtnernahrungen, und steht seit Ende des Jahres 1855, bis wohin dem Rittergute die Gerichtsbarkeit zustand, unter Jurisdiction des Königlichen Gerichts zu Königsbrück. Bekannt ist Schwepnitz durch seine Thongruben, in welchen das bläulichgraue Material zu den bekannten Königsbrücker Pfeifen und Topfwaaren, die wegen bleifreier Glasur besonders beliebt sind, gefunden wird. Von den circa 2500 Ackern, welche die Flur von Schwepnitz bilden, gehören 1600 Acker zum Rittergute, worunter 1200 Acker Waldung, 50 Acker Wiesen, 220 Acker Ackerland, 50 Acker Hutung und 80 Acker Teiche sind. Der Forst, welcher sich in einem vortrefflichen Zustande befindet, besteht meist aus Kiefern und theilt sich in drei Reviere, die Duberau an der westlichen, die Bahne an der südöstlichen und den Lug an der nördlichen Grenze, mit drei Försterwohnungen. Zum Rittergute gehört seit dem Jahre 1600 eine Ziegelei mit zwei Brennöfen, welche jährlich gegen 400,000 Stück Ziegel von anerkannter Güte liefert.

Wer bis in's 16. Jahrhundert, wo Schwepnitz von dem Freiherrn Christoph von Schellendorf mit der Standesherrschaft Königsbrück vereinigt wurde, die Besitzer des Rittergutes gewesen sind, lässt sich nicht ermitteln; doch sollen seine früheren Besitzer im Mittelalter drei Ritter (Wegelagerer?) gewesen sein, die sich hier in der damals waldigen Gegend [84] an der Strasse von Sachsen nach Schlesien und Polen mögen angesiedelt haben. Im Jahre 1793 wurde es von dem Grafen Siegmund von Redern, der es mit seinen übrigen benachbarten Rittergütern vereinigte, von Königsbrück wieder abgesondert und 1817 von demselben an Gottlob von Heintze verkauft. Nach dessen Tode kam es in den Besitz der Wittwe Jeannette von Heintze, welche es im Jahre 1837 an ihren Schwiegersohn, Ernst Heinrich Feurich, ehemaligen Vermessungsinspector, der es noch jetzt besitzt, verkauft hat. Derselbe bat zur Verschönerung des Gutes, namentlich durch Anlegung eines Parkes mit Gewächshaus viel gethan, und die Gebäude, welche am 19. Juni 1852 in Folge eines Blitzschlages bis auf die Scheune abbrannten, neu aufgeführt, worunter sich ganz besonders das Herrenhaus, welches im gothischen Style erbaut und mit reicher Architectur verziert ist, auszeichnet.

Nach Schwepnitz sind Grüngräbchen, Kosel und das preussische Dorf Sella mit zusammen 1000 Seelen eingepfarrt und steht das Collaturrecht der Rittergutsherrschaft zu. In der Kirche, welche zur Zeit des Papstthumes unter dem Meissnischen Bischofe stand und zum Kamenzer Sprengel gehörte, ist bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts wendischer Gottesdienst gehalten worden. Dieselbe ist im 18. Jahrhunderte zweimal abgebrannt, den 13. April 1722 und den 3. December 1746, und das Jahr darauf 1747 wieder hergestellt worden, in welcher Gestalt sie noch jetzt besteht.

†††