Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen: Kössern

Textdaten
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Autor: A.–n.
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Titel: Kössern
Untertitel:
aus: Leipziger Kreis, in: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Band I, Seite 120
Herausgeber: Gustav Adolf Poenicke
Auflage:
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Erscheinungsdatum: 1860
Verlag: Expedition des Albums Sächsischer Rittergüter und Schlösser
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Commons = SLUB Dresden
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Album der Schlösser und Rittergüter im Königreiche Sachsen I 187.jpg
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Kössern.


Kössern, ein grosses und volkreiches Dorf, zu dem Leipziger Kreise und dem Amte Colditz gehörig, liegt an dem rechten Ufer der vereinigten Mulde. 1⅝ Stunden südöstlich von Grimma, 1½ Stunde nördlich von Colditz, ¼ Stunde von dem westlichen Rande des Thümlitzwaldes entfernt.

Der Ort, der 1754 nur 20 Häuser enthielt, seitdem aber bedeutend gewachsen ist, da er 1802 schon 240 Seelen zählte, 1830 bereits über 300 und gegenwärtig über 500, liegt nicht ganz an dem Flusse, sondern zum Theil auch an dem sanft ansteigenden Gebirge.

Das Rittergut ist altschriftsässig.

Die Lage von Kössern ist freundlich und angenehm. Seine Fluren rainen mit Förstchen im Schulamte.

Südöstlich von Kössern, doch noch auf dem Gebiete desselben, nimmt die Mulde einen kleinen Bach auf, der aus der Thümlitz kommt und östlich von dem Dorfe mehrere Teiche mit seinem Wasser tränkt.

Nördlich von diesen, sämmtlich nicht eben durch Grösse ausgezeichneten, aber dennoch durch gute Pflege fischreichen Teichen steht das königliche Forsthaus, bewohnt von dem Förster, der die Aufsicht über das Leipnitzer Revier führt.

Als Besitzer des Rittergutes wird im Jahre 1612 Siegmund von Haugwitz genannt. Später gehörte es der Familie von Erdmannsdorf. Nach diesen sollen die von Erdmannsdorf auf kurze Zeit in den Besitz gelangt sein. Im Jahre 1713 erwarb es der Oberhof-Jägermeister von Erdmannsdorf, und seit 1810 ist es im Besitz der Familie von Abendroth.

Zu dem Rittergute gehört ausser dem Orte Förstchen ein Gasthof, die südlich von dem Dorfe gelegene Bachmühle und das Vorwerk Amalienburg, welches sonst Forst- oder Pielitzberg genannt wurde.

Das Schloss, obwohl von neuerer Zeit stammend, ist burgartig erbaut und gewährt einen sehr freundlichen Anblick. Der Park, der dasselbe theilweis umgiebt, darf nicht mit Stillschweigen übergangen werden. Er ist geschmackvoll angelegt und sorgfältig gepflegt.

Eine Erwähnung verdient namentlich auch die Rangoische Erziehungsanstalt, die mit einem Privat-Schullehrer-Seminar verbunden ist.

Ausserdem besitzt Kössern eine eigene Schule, auch einen Betsaal, in welchem Sonntags Nachmittags von dem Schullehrer Betstunde gehalten wird, da der Kirchort Leipnitz, dem Kössern in kirchlicher Beziehung zugetheilt ist, durch die Entfernung von einer Stunde den regelmässigen Kirchenbesuch erschwert.

A.–n.     



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Kössern.
(Berichtigung.)


Bei der schon oft beklagten Unzuverlässigkeit und Unzulänglichkeit der Quellen, aus denen sich Nachrichten über die Rittergüter Sachsens schöpfen lassen, und die namentlich über die neueste Zeit beinahe gar keine Angaben enthalten, während sich doch fortwährend so Vieles ändert, ist es uns ganz besonders wünschenswerth, unsere mehrfach ausgesprochene Bitte: dass die Herren Rittergutsbesitzer selbst uns Notizen einsenden möchten, die bei der Bearbeitung des Textes verwendet werden können – öfter beachtet zu sehen, als dies leider bisher geschehen ist. Wir würden dadurch der Unannehmlichkeit enthoben, Berichtigungen, wie die nachfolgende, bringen zu müssen, zu deren Aufnahme wir gern jederzeit erbötig sind, die wir aber natürlich im eigenen Interesse der Herren Besitzer lieber vermieden sähen.

Indem wir nun die von dem Herrn Besitzer von Kössern empfangenen Berichtigungen hier mittheilen, erklären wir uns gern bereit, ähnlichen Reclamationen stets sofort Folge zu geben; ja, wir bitten sogar darum, da uns natürlich daran liegen muss, den Text so zuverlässig als nur irgend möglich zu gestalten.

In dem 15. Hefte des Leipziger Kreises, dem 57. des ganzen Albums, ist nun bei der Beschreibung von Kössern Folgendes zu berichtigen:

Kössern hat schon 1718 weit über 20 Häuser gehabt. Zu dieser Zeit baute der Oberhofjägermeister von Erdmannsdorf, der Kössern bereits am 19. Juli 1693 durch brüderlichen Erbvertrag aus dem väterlichen Nachlasse erhielt, den grössten Theil der jetzigen Häuser.

In dem Satze: Später gehörte es (Kössern) dem Erdmannsdorf. Nach diesen sollen die von Erdmannsdorf auf kurze Zeit in den Besitz gelangt sein; – ist dahin abzuändern: Nach diesem sollen wieder in den Besitz gelangt sein.

Nicht erst im Jahre 1810, sondern bereits am 4. November 1772 kam Kössern in den Besitz der Familie des gegenwärtigen Besitzers, des Herrn von Abendroth.

Zu dem Rittergute Kössern gehört weder der Ort Förstchen, noch ein Gasthof, noch die Bahnmühle, und eben so wenig die früher dem Herrn Major von Rango gehörige Amalienburg, welche früher eine Försterwohnung auf dem sogenannten Pilzberge war.

Auf der Amalienburg – so taufte Herr von Rango den Pilzberg – war vor 20 Jahren die Rango’sche Erziehungsanstalt. Jetzt ist diese längst verschwunden, und ein Schullehrerseminar hat weder in Verbindung mit jener Anstalt, noch selbstständig, hier existirt. Die Amalienburg ist jetzt zur Hälfte zerstückelt und das Restgut besitzt ein Bauer.

Der Beetsaal – früher in dem grossen Jagdhause des Herrn von Abendroth – existirt nicht mehr, und die Betstunde wird in dem Schulhause gehalten. Dieses diente früher als annex des Jagdhauses, unter dem Namen Cavalierhaus, zur Wohnung der königlichen Hofdienerschaft und der Jagdjunker, ist schon vor längerer Zeit von dem Rittergute getrennt, und ward 1848 von der Schulgemeinde erkauft und als Schulhaus eingerichtet.