Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen: Grobau

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Titel: Grobau
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aus: Voigtländischer Kreis, in: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Band 5, Seite 210
Herausgeber: Gustav Adolf Poenicke
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Erscheinungsdatum: o. J. [1859]
Verlag: Expedition des Ritterschaftlichen Album-Vereins
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Erscheinungsort: Leipzig
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Grobau.


Weiter hinauf über Rodersdorf durch Thossen und Reuth gelangt man zu dem an der Sächsisch-Bayerschen Eisenbahn gelegenen Dorfe Grobau, welches 31/2 Stunde von Plauen, 11/4 Stunde östlich von der Stadt Gefell, 3 Stunden von Hof, unfern der Bayerschen und Schleitzer Grenze, in rauer, aber nicht unangenehmer Gegend liegt, daselbst die mittlere Seehöhe der Flur 1762 Fuss beträgt.

Die Flur raint mit Mislareuth, Kemnitz, Krebes, Stöckigt und Gutenfürst.

Die in Südost ansteigende Felskoppe erreicht 1843 – die Eisenbahn aber in hiesiger Flur 1757 Fuss, wenn man nämlich der Connewitzer Costritzer Brücke 330 Fuss beimisst. Demnach bleibt die Bahn hier wenig unter ihrem allerhöchsten Punkte bei Reuth zurück.

Das hiesige Rittergut war früher amtssässig, welches, nachdem es für 2066 Thlr. Landes an die Eisenbahn abgetreten hat, dennoch 1649 Steuereinheiten trägt.

Seine Erbgerichtsbarkeit hat es im October 1855 an die Regierung abgetreten.

Eines der Güter im Dorfe besitzt die Gutenfürster Herrschaft eigenthümlich, ein Gut gehörte früher unter das Amt Plauen, stärkere Antheile unter die Güter Gutenfürst und Geilsdorf, und nur der geringere Theil unter hiesiges Allodialgut.

Das Gut selbst scheint nicht gar alt zu sein, indem die früheren Besitzer so unbekannt sind, dass sich selbst an dem 1428 „auf Grobe“ vorkommenden Friedrich von Jössnitz zweifeln lässt, da damit auch Besengrube bei Altenburg gemeint sein kann.

Um das Jahr 1580 war mit Grobau die Familie von Grünrod beliehen, 1727 und 1742 besassen es die beiden Flossaufseher von der Heyden auf Kemnitz und Gutenfürst, und seit dem Anfang des 19ten Jahrhunderts ist es an die Adlersche Familie gekommen.

Der derzeitige Besitzer ist Herr Carl Christan Erdmann Adler.

Zum Rittergute gehörte auch das nahe liegende Dörfchen Stöckig. Grobau mit diesen Stöckighäusern zählte im Jahre 1857 in 47 Häusern 322 Seelen.

Der Ort hatte in sehr früher Zeit eine Kapelle, von welcher noch die Grundmauer sichtbar ist und einen eigenen Geistlichen, dem auch die Grundstücke zugehörten, welche gegenwärtig noch mit der Benennung „Pfarrgütlein“ bezeichnet werden.

Ausserdem zieren den Ort 2 schöne Buchenwäldchen und hat derselbe überhaupt durch die Eisenbahn sehr gewonnen.

Ueber die Schule, die seit 1840 hier errichtet ist, hat die Herrschaft nicht das Collaturrecht, sondern der hiesige Schulvorstand.

Grobau hält noch ein Areal von 989 Ackern, 199 Ruthen mit 10426 Steuereinheiten.