Textdaten
<<< >>>
Autor: Brüder Grimm
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Riese Haym
Untertitel:
aus: Deutsche Sagen, Band 1, S. 210–211
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1816
Verlag: Nicolai
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google, Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: [1]
Bild
Deutsche Sagen (Grimm) V1 246.jpg
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[210]
139.
Riese Haym.
Matth. Holzwart Lustgart newer deutscher Poeterei. Strasb. 1568. f. S. 164-166.
Pighius hercules prodic. 167.
vgl. Joh. Müller Schweiz. Gesch. I. 98. N. 81.

Es war vor Zeiten ein Riese, genannt Haym oder Haymon. Als nun ein giftiger Drache in der Wildniß des Innthals hauste und den Einwohnern großen Schaden that, so machte sich Haymon auf, suchte und tödtete ihn. Dafür unterwarfen sich die Bewohner des Innthals seiner Herrschaft. Darnach erwarb er noch größern Ruhm, indem er die Brücke über den Inn, daher die Stadt Innsbruck den Namen führt, fester baute, weshalb sich viel fremde Leut unter ihn begaben. Der Bischof von Chur aber taufte ihn und Haymon erbaute zu Christi Ehren das Kloster Wilten, wo er bis an sein Ende lebte und begraben liegt.

Zu Wilten ist sein Grab zu sehen, vierzehen Schuh, drei Zwergfinger lang, auf dem Grab ist seine Gestalt in Rüstung aus Holz geschnitten. Auch zeigt man in [211] der Sacristei die Drachen-Zunge, sammt einem alten Kelch, worauf die Passion abgebildet ist, den man vor mehr als 1100 Jahren, wie man das Fundament des Klosters grub, in der Erde gefunden, also daß der Kelch bald nach Christi Himmelfahrt gemacht war. Neben Haymes Grab hängt eine Tafel, worauf sein Leben beschrieben steht.