Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Amazone, Gattin d. Berossos, Mutter d. Tanaïs
Band XIV,1 (1928) S. 45
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5) Amazone, Gattin des Berossos, Mutter des Tanaïs, Ps.-Plut. de fluv. 14, 1. Tanaïs, ein Verächter der Ehe, wurde dafür von Aphrodite dadurch bestraft, daß er sich in seine Mutter L. verliebte; da er seine Leidenschaft nicht niederkämpfen konnte, stürzte er sich, um der Schande zu entgehen, in den skythischen Fluß Amazonios, der nach ihm Tanaïs genannt wurde. Die Geschichte ist mythologisch ebenso wertlos wie die ganze pseudoplutarchische Schrift (Christ-Schmid Gesch. griech. Litt. II⁵ 323 nach Hercher); der Umstand, daß sie ebensowenig wie die Angaben derselben Schrift über L. Nr. 6 in die Scholien und antiken Lexika übernommen wurde, beweist, daß schon die spätantiken Gelehrten ebenso urteilten wie Hercher. Und zwar ist die Tanaïs-L.-Geschichte nur Parallelerfindung zur Hippolytos-Phaidra-Sage, sogar mit Benutzung des Namens Hippolytos in entstellter Form (hier nämlich ist Döhrings oben Abschn. A bekämpfte Zusammenstellung des Namens Hippolytos mit seiner Umdrehung [Hippolyte∼] L. berechtigt, da es sich hier um eine bewußte Fiktion handelt; auf Grund des Namens Hippolyte wurde der Name L. willkürlich erdacht). Vgl. L. Nr. 6.

[Lamer. ]