RE:Kleitarchos 4

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XI,1 (1921), Sp. 654655
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4) Glossograph aus Aigina, dessen Werk (als [655] Γλῶσσαι oder Περὶ γλωσσῶν πραγματεία angeführt) mindestens sieben Bücher umfaßte (Athen. VII 284 d). Es ging auf lexikalische Eigentümlichkeiten der verschiedenen griechischen Dialekte, auch des Phrygischen (Athen. II 69 d) ein, ohne besondere Rücksicht auf einzelne Dichter; da aus B. 5 ὁμηρεύοντες, aus B. 7 πομπίλος angeführt wird, so vermutet C. Müller Script. Al. M. 74 alphabetische Anordnung. Für seine Zeit ergibt sich aus Etym. M. s. Gargares, daß er vor Epaphroditos (neronische Zeit) und wohl nach Nymphis (FHG III 14) lebte, dessen Blütezeit um J. 270 fällt. Da einige Male ,Silenos und K.‘ angeführt wird, also K. den Silenos exzerpiert zu haben scheint, der bereits den Nikander zitiert, so kommen wir auch bei einem frühen Ansatze für diesen (Bethe Herm. LIII 110) noch etwas tiefer. In Schol. A Il. XXIII 81 ist K. wohl durch Didymos gelangt, durch ihn wohl auch zu Harpokration, während Athenaios, der die meisten Zitate hat, sie unmittelbar dem Pamphilos verdanken wird. K. wird also zwischen 200 und 50 v. Chr. anzusetzen sein. Clitarchi rell. ed. M. Schmidt, Berlin 1842. Susemihl II 192.