Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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In der Ilias erwähnter Bach
Band XI,1 (1921) S. 132
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Keladon (Κελάδων). 1) Ein Bach, der in Nestors Erzählung vom Kampf der Pylier gegen die Arkader erwähnt wird, Hom. Il. VII 133 ἐπ’ ὠκυρόῳ Κελάδοντι … Φειᾶς παρ’ τείχεσσιν Ἰαρδάνου ἀμφὶ ῥέεθρα. Die vergeblichen Versuche der Alten, die topographischen Rätsel dieser Stelle zu lösen, hat Malten o. Bd. IX S. 748f. dargelegt. Ich habe nur weniges hinzuzufügen. Einmal wollen die Stellen, die den K. als arkadischen Fluß bezeichnen (Schol. AT Gen. D zu d. St. Hes.), ihn damit vermutlich dem Gebiet von Lepreon zuweisen. Sodann muß Didymos bei seiner Konjektur Φήρης statt Φειᾶς (Schol. AT) nicht Pylos, sondern Gerenia als Ausgangspunkt Nestors angesehen haben, vgl. Eustath. Il. 671, 19. Die Konjektur Δαρδάνου darf man ihm aber nicht zur Last legen; vielmehr stellt diese Form nur eine Textverderbnis der Scholien dar. Ludwig Aristarchs Hom. Textkritik I 276. Ein anderer Grammatiker versuchte auf dem Wege der Interpretation die Zahl der unbekannten Größen zu verringern; er faßte ὠκυρόῳ κελάδοντι als Attribute des Iardanos, der dann mit Wechsel der Konstruktion im Genetiv folge. Schol. AT zu v. 133. Lehrs De Arist. stud. Hom.² 242. Topographisch läßt sich der K. nur so weit festlegen, daß man mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit das Gebiet angeben kann, dem er angehört. Wenn wir, wie es bei allen Nachklängen pylischer Epen ratsam ist, von dem triphylischen Pylos ausgehen, so kann ein Zusammenstoß mit den Arkadern nur an der Linie erfolgen, die durch den Weg von Skillus nach der Ebene von Megalopolis bezeichnet wird. Partsch Olympia, Textband I 11. Er ist von Triphylien aus durch die Einsenkung zwischen Lapithas und Minthe zu erreichen und zieht sich am Nordfuß des Lykaion hin. In diese Gegend weisen auch die Angaben, die Kallim. h. III 107 (vgl. 99) über einen Bach K. macht. Es wird derselbe sein, den Paus. VIII 38, 9 aus literarischer Quelle (Heberdey Reisen des Paus. 90f.) Kelados nennt und durch das Gebiet von Theisoa dem Alpheios zufließen läßt. IG V 2, 142, 16ff. Leake Morea II 316. Curtius Pelop. I 358. Bursian Geogr. II 235. Lolling Hellen. Landesk. 174 hält den Kelados für den Bach von Phanári, der östlich an Aliphera vorbeifließt.