RE:Iulius 568

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band X,1 (1918), Sp. 937
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568) Iulia Drusilla, die einzige Tochter des Kaisers Gaius und der Milonia Caesonia. Ihren vollen Namen gibt Sueton (vita Gai 25), Cass. Dio (LIX 28, 7) nennt sie nur Drusilla. Nach Cass. Dio, der ihre Geburt in das J. 40 n. Chr. setzt, soll diese 30 Tage nach der Hochzeit erfolgt sein, während Sueton (a. a. O.) berichtet, daß der Kaiser Gaius die Mutter sofort nach der Geburt zu seiner Gemahlin erhoben habe. In den Exc. Vaticana Petri Patricii 34 ist es irrtümlicherweise ein Sohn, der ganz offen dem ersten Gemahl der Caesonia, von dem sie schon drei Töchter hatte (Suet. a. a. O.), zugesprochen wird, doch findet sich hier der interessante Zusatz, ebenso wie bei Dio (a. a. O.), daß der Kaiser diese Geburt innerhalb 30 Tagen für einen neuen Beweis seiner Gottähnlichkeit ansah. Einen andern Beweis seiner Vaterschaft sah der Kaiser auch in der Wildheit seines Töchterchens (Suet. a. a. O.). Gleich nach der Geburt ließ er die Tochter aufs Kapitol bringen, legte sie der Iuppiterstatue auf die Knie, um sie als seine Tochter hinzustellen (Joseph. ant. Iud. XIX 2, 11. Cass. Dio a. a. O.), ließ sie durch die Tempel sämtlicher Göttinnen tragen und überwies sie schließlich der Minerva zur Wartung und Pflege (Suet. a. a. O. Cass. Dio a. a. O.). Auch wußte er die Geburt seiner Tochter für die Beschaffung von Beiträgen zur Erziehung und Mitgift auszunutzen (Suet. a. a. O. 42).

Sie starb gleichzeitig mit ihren Eltern am 24. Januar 41 n. Chr., indem sie an einer Wand zerschmettert wurde (Suet. a. a. O. 59. Plut. Ant. 87. Cass. Dio LIX 29, 7 = Zonar. XI 7 S. 458 = Xiph. 172, 8–19 = Io. Antioch. Exc. Ed. Boissevain S. 753, 11; vgl. CIL I² S. 385 zum XVI–XI Kal. Febr. Suet. a. a. O. 58).

Prosop. imp. Rom. II 440.