Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Rufus Bei Mart. X 99,2
Band X,1 (1918) S. 793794
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442) Iulius Rufus, bei Martial X 99, 2 (wenn die, nach Gilbert Ausg. S. XXXI nur cod. X erhaltene, seit Friedländer allgemein rezipierte Lesart Saturis gegenüber Satyris richtig ist) Verfasser eines Saturae betitelten Werkes; dessen [794] Titelbild zeigte sein Porträt, welches dem des Sokrates ähnlich war. Der Sinn des dunklen Epigrammes ist nach Friedländer, dem sich Schanz (Röm. Lit.-Gesch. II 2³, 234) anschließt, dieser: Wenn dieses Gesicht des Sokrates hier römisch wäre, d. h. (wie mir Prof. Dr. Stein erklärt) bartlos – es war ja seit den späteren Zeiten der Republik bis auf Hadrian bei den Römern fast allgemein Sitte, daß besonders die älteren Männer das Gesicht glatt rasierten (Mau o. Bd. III S. 33f. Blümner Die röm.. Privataltertümer 270f.) – im Gegensatz zu den Griechen (Mau 32 Z. 18ff.) – – dann wäre es ähnlich (d. h. vom Künstler ähnlich gebildet worden: fuissent) dem des I. R. in seinen Satiren. Es ist offenbar eine Beischrift zu einem Bilde oder einer Statue des Sokrates. Diese Erklärung scheint zutreffender zu sein, als die von Kroll in Teuffels Lit -Gesch. II⁶ 324 (,Wenn ein solches Sokratesgesicht in Rom vorkäme, dann sähe es aus wie die Miene, die I. R. in seinen Satiren zur Schau trägt‘), weil Si Romana forent haec ora kaum heißen kann ,Wenn in Rom vorkäme‘ und weil so auch das Plusquamperfekt fuissent unverständlich bliebe.

[Lieben. ]