RE:Exsuperantius 2

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band VI,2 (1909), Sp. 1695–1696
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2) Iulii Exuperantii opusculum lautet der Titel einer knappen Darstellung des marianischen Bürgerkrieges bis zum Ende des Sertorius, welche zuerst F. Sylburg (Histor. Rom. scriptores I, Frankfurt a. M. 1588) nach einer Hs. des Pierre Pithou veröffentlichte und die seitdem oft im Anhänge der Sallustausgahen z. B. von G. Corte (Leipzig 1724, S. 1070–1079), S. Havercamp (Amsterdam 1742, II 221–225) und F. D. Gerlach (Basel 1823–1831. III 395–399 und Leipzig 1856, S. 148–152) u. a. wieder abgedruckt worden ist. Die von Sylburg benützte Hs. ist der für die Sallustkritik wichtige Parisinus lat. 6085 saec. XI, auf den C. Bursian seine Rezension des Schriftchens (Zürich 1868) gegründet hat. Aber schon vor Sylburg, etwa 1520, erwähnt Ioannes Doringus von Hirsau in Briefen an Joachim Vadianus in St. Gallen eine Basler Hs. des E. (M. Haupt Hermes III 1869, 342f. = Opusc. III 441f. F. Luedecke Gött. gel. Anz. 1869, 77f.), die vielleicht (so Haupt) nachher von P. Pithoeus bei seinem Aufenthalte in Basel erworben wurde, dann also mit dem Parisinus identisch wäre; wohl aus ihr stammt die in der Stadtbibliothek zu Bremen befindliche Abschrift des E.-Textes von der Hand des (1635 gestorbenen) Melchior Goldast (Luedecke a. a. O. 78ff.). Den letzten Teil des Schriftchens endlich von c. 5, 3 in quo an enthält ein Doppelblatt der Münchner Bibliothek, Monac. lat. 29019 saec. XI–XII (E. Wölfflin Philol. Anz. I 1869, 24). All diese Textquellen sind in der neuesten Ausgabe des E. von G. Landgraf und C. Weyman (Arch. f. lat. Lexikogr. XII 1902, 561–578) herangezogen, die auch einen sehr wertvollen Kommentar enthält. Denn da längst erkannt ist (s. besonders G. Linker S.-Ber. Akad. Wien XIII 1854, 286ff. Bursian a. a. O. VIIf.), daß die Schrift nicht nur inhaltlich [1696] völlig von Sallust, und zwar diesem allein, abhängig ist (c. 1. 2 aus dem bell. Iug., c. 3ff. aus histor. B. I; doch geht Wölfflin Archiv f. Lexikogr. XII 339 zu weit, wenn er darum Epitome für den wirklichen Titel des Büchleins hält), sondern auch im sprachlichen Ausdrucke sich ganz und gar an ihn anschließt, so haben die Herausgeber nicht nur die unmittelbaren Entlehnungen aus Sallust, sondern auch die Parallelstellen solcher Autoren verzeichnet, die nachweislich in starker Abhängigkeit von Sallust stehen (Nachträge bei J. H. Schmalz Berl. phil. Wochenschrift 1902, 1083ff. A. Kunze Blätt. f. d. bayr. Gymn.-Wesen XXXIX 1903, 431ff.). Über die Person des Verfassers ist nichts zu ermitteln, eine Identifikation mit einem der sonstigen Träger des Namens (Bursian a. a. O. IVf.) ist unmöglich; doch weisen sowohl die Bildung des Namens, wie die Beschaffenheit des Schriftchens mit Sicherheit auf das 4.–5. Jhdt.