Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,2 (1896), Sp. 1606
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6) Alter griechischer Dichter. Nach Paus. VII 4, 1 und Athen. III 125 b ist er Samier, was durch seine bei Athen. XII 525 e erhaltenen Verse auf die üppigen Samier bestätigt wird oder aus ihnen geschlossen ist. Pausanias VII 4, 1. II 6, 4 nennt seinen Vater Ἀμφιπτόλεμος. Weil er schon im elegischen Masse (bei Athen. III 125 d) gedichtet, wird er von Marckscheffel in das 7. Jhdt. gesetzt, wozu die von ihm (Athen. XII 525 e) geschilderte ionische Tracht stimmt.

Von seinen Werken wird kein Titel genannt. Es werden drei unterschieden: 1. Ein oder mehrere Epen. Die vier im Wortlaut erhaltenen Fragmente und die acht Notizen aus ihm beziehen sich sämtlich auf heroische Genealogien aus verschiedensten Sagenkreisen. 2. Ein Gedicht in Hexametern, aus dem bei Athen. XII 525 e. f eine Schilderung der prunksüchtigen Samier seiner Zeit erhalten ist. 3. Ein Gedicht in elegischem Masse, von dem zwei bei Athen. III 125 d erhaltene Distichen einen Bettler bei der Hochzeit des Meles realistisch zeichnen. An Iros denkt Kaibel, anders Welcker Ep. Cyklos² I 135. Litteratur: Marckscheffel Hesiodi … Asii etc. fragmenta 259. Fragmente bei Dübner hinter dem Hesiod, Paris 1840. Düntzer Fragmente der epischen Poesie 66; Nachtrag 31. Kinkel Epicor. Graec. frg. p. 202.