Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Lesbischer Kitharöde
Band II,1 (1895) S. 933 (IA)
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5) Lesbischer Kitharoede zur Zeit der Perserkriege. Hauptzeugnis Schol. Arist. Nub. 965 (Suid. s. Φρῦνις). ὁ Φρῦνις κιθαρῳδὸς Μυτιληναῖος· οὗτος δὲ δοκεῖ πρῶτος παρὰ Ἀθηναίοις … κιθαρῳδικῇ νικῆσαι … ἦν δὲ Ἀριστοκλείδου μαθητής. ὁ δὲ Ἀριστοκλείδης κιθαρῳδὸς ἦν ἄριστος, τὸ γένος ἦν ἀπὸ Τερπάνδρου, ἤκμασε δὲ ἐν τῇ Ἑλλάδι κατὰ τὰ Μηδικά· παραλαβὼν δὲ τὸν Φρῦνιν (s. d.) αὐλῳδοῦντα κιθαρίζειν ἐδίδαξεν. Ὁ δὲ Ἴστρος Ἱέρωνος αὐτόν (Phrynis) φησι μάγειρον ὄντα … δοθῆναι Ἀριστοκλείδῃ, wogegen Didymos polemisiert (Istr. frg. 49, FHG I 425). Manche leiteten das attische Sprichwort Λέσβιος ᾠδὸς (Kratin. frg. 293 p. 87 K.) von A. oder Euainetides ab (Aelius Dionysius bei Eustath. p. 741, 14, und Phot. s. Λέσβιος ᾠδός, aus derselben Quelle Prov. Bodl. 596, nachzutragen bei Schwabe Ael. Dion. frg. 188), während es Aristoteles in der Λακεδαιμονίων πολιτεία (Ar. Pseudepigr. 495) aus lakonischen Verhältnissen deutete und auf Terpander und die Terpandriden bezog; nur wer die beiden Erklärungen durcheinanderwirft, kann folgern, dass A. besonders in Sparta gewirkt habe. Bei Plutarch de mus. 29 hat Westphal den Namen des A. durch Conjectur hergestellt: ἑπταφθόγγου τῆς λύρης ὑπαρχούσης ἕως εἰς Ἀριστοκλείδην Τερπάνδρειον. In der That werden die revolutionären Neuerungen in der Kitharistik erst dem von der Melodik ausgegangenen Schüler des A., Phrynis, zugeschrieben. R. Volkmann zu Plut. de musica 77 (nicht ohne Irrtümer). 82. Flachs Vermutung, dass A. zu den ersten pythischen Siegern gehört habe (Lyrik 212f.), beruht auf falscher Schätzung der Zeugnisse und ist auch chronologisch unhaltbar. Unerheblich Plehn Lesbiaca 197f.