Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 2651–2652
Pauly-Wissowa I,2, 2651.jpg
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Anurogrammon (Ἀνουρόγραμμον βασίλειον Ptol. VII 4, 10), Residenz der Könige von Taprobane (Ceylon), im Innern der Insel gelegen; die In- und Anwohner hiessen Ἀνουρόγραμμοι, VII 4, 9. Nach dem Berichte des Râǧa bei Plin. VI 86 hiess die Stadt, der vorbeifliessende Strom und die ganze Insel Palaesimundu (skr. pâlisîmanta ‚Haupt des heiligen Gesetzes‘ nach Lassens Deutung); nach Eratosthenes bei Plin. VI 81 hatte die Insel 700 Dörfer und keine Städte – daher die zahlreichen Ortsnamen auf -gama, skr. [2652] grâma ‚Dorf‘; Anurâô- (skr. Anurâdhâ) grâma ‚Dorf des Anurâdha‘ hiess so nach einem Minister des Königs Viǧâya. Residenz wurde das Dorf erst unter König Pâṇḍu-kâbhaya ca. 400 v. Chr. und hiess seitdem auch Anurâdhâ-pura. Die Ruinenstätte am Oberlaufe des Flusses Arevi-âr oder Kadambo-âr, der in den Golf von Manaar ausmündet, enthält grossartige Überreste aus der Glanzzeit des Buddhismus; in einem dêhagôpa wurde als kostbare Reliquie ein Zahn des Buddha verwahrt; vgl. Tennent Ceylon II 610 (nach Chapmans Beschreibung).