Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Volk in Medien
Band I,2 (1894) S. 2195 (IA)
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Aniarakai (Ἀνιαράκαι), Name eines Volkes, das Polybios (V 44, 9), in seiner dem Berichte über die Empörung des Molon gegen Antiochos ΙII. den Grossen eingefügten Beschreibung Mediens, unter den die nördlichen Teile dieses Landes bewohnenden Stämmen, neben den Delymaiern (s. u. Elymaioi), Kadusiern (s. d.) und Matianen (s. d.) aufführt (τὰ δ’ ἐπὶ τὰς ἄρκτους αὐτῆς τετραμμένα μέρη περιέχεται μὲν Ἐλυμαίοις καὶ τοῖς Ἀνιαράκαις, ἔτι δὲ Καδουσίοις καὶ Ματιανοῖς). Bereits Lucas Holstenius (Notae et castigationes postumae in Steph. Byz. Ἐθνικά, Lugdun. Batav. 1684 p. 34) hat erkannt, dass die A. identisch sind mit den bei Strabon (XI 507. 508. 514) erwähnten Ἀναριάκαι (s. d.), d. h. ,Nicht-Ariern‘, und wollte danach die bei Polybios von den Hss. gebotene Lesart ändern. Aber es liegt kein Grund vor, von der Überlieferung abzuweichen, denn offenbar hat Polybios selbst, oder seine Quelle, den Namen ungenau wiedergegeben, vielleicht von dem Klange des griechischen ἀνιαρός beeinflusst; die neuesten Herausgeber des Polybios, Hultsch und Büttner-Wobst, haben daher mit Recht die Form Ἀνιαράκαι in den Text gesetzt, indem der erstere den Änderungsvorschlag von Holstenius in die Anmerkungen verweist, wie dies auch vor ihm bereits Schweighaeuser (Vol. VI 206 seiner Ausgabe) gethan hatte, der zuerst die ächte hsl. Überlieferung des Namens hergestellt hat (vor ihm haben die Ausgaben Ἀριαράκαι).