Pflege der Spargelbeete im Sommer

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Titel: Pflege der Spargelbeete im Sommer
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 14, S. 484a
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1898
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[484] Pflege der Spargelbeete im Sommer. Im allgemeinen ist die Ansicht verbreitet, daß die Düngung der Spargelbeete hauptsächlich im Frühjahr und Winter zu geschehen habe. Gewiß ist die Düngung zu diesen Zeiten gut, aber sie vermag auf die Ernte des neuen Jahres wenig Einfluß auszuüben, weil der Spargel die Nährstoffe, die dem Boden gegeben sind, im Frühjahr nicht ordentlich verarbeiten kann. Der Spargel müßte dazu grüne Triebe machen, und das gestatten wir ihm, so lange wir stechen, nicht.

Wenn wir zu stechen aufhören, ist ein großer Teil der Nährstoffe versickert und verloren, die Düngung also nicht ordentlich ausgenutzt. Düngen wir dagegen auch nach dem Stich, also nach Johanni, dann werden alle leicht löslichen Nährstoffe sofort gierig von den Wurzeln aufgenommen und in neuen, immer kräftigeren Laubtrieben verwertet. Der Spargel kann Kraft und Reservestoffe sammeln, und beide kommen im nächsten Frühjahre zur Geltung, weil die Anlage von Knospen im Herbst reichlicher ist und diese kräftiger angelegt werden.

Flüssige Düngung ist im Sommer besonders angebracht. Bekommt der Spargel in Zwischenräumen von vierzehn Tagen bis drei Wochen für jede Pflanze zwei große Gießkannen voll, dann entwickelt er sich ganz prächtig.