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Titel: Noch einmal die „Douglas-Tanne“
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aus: Die Gartenlaube, Heft 4, S. 72
Herausgeber: Ernst Ziel
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Erscheinungsdatum: 1880
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[72] Noch einmal die „Douglas-Tanne“. In unserer Nr. 1 dieses Jahrganges theilten wir Einiges über die Douglas-Tanne mit; es wird unsere Leser interessiren zu erfahren, daß von diesem Baume bereits eine beträchtliche Zahl von Exemplaren in Deutschland wächst.

Das älteste derselben steht in dem Garten des Herrn John Booth zu Klein-Flottbeck bei Altona und ist einen Meter über der Erde 54 Centimeter stark, bei einer Höhe von circa 22 Meter. Der Baum wurde 1831 als zweijähriger Sämling gepflanzt, ist also jetzt 50 Jahre alt. Ein ähnlich großes Exemplar steht zu Jägerhof bei Stralsund, kleinere, circa 15 Jahre alte Exemplare finden sich im botanischen Garten zu Marburg und in einem Privatgarten bei Schmiedeberg im Riesengebirge. Jüngere Bäume, jedoch untermischt mit einigen von gleichem Alter, gedeihen in größeren Pflanzungen zu Iserbrock bei Altona und zu Oslebshausen bei Bremen.

Herr John Booth ist der Erste gewesen, der mit besonderer Wärme die Douglas-Fichte, wie dieselbe richtiger genannt wird, für Deutschland als Forstbaum empfahl; ferner scheint man sich am Harz und im Riesengebirge lebhaft für die Cultur dieses Nadelholzes zu interessiren, denn der Corvettencapitain z. D. von Saint-Paul zu Fischbach, Kreis Hirschberg, ein als Adjutant des Prinzen Admiral Adalbert vielgereister und erfahrener Seemann, läßt seit mehreren Jahren den Samen dieses Baumes in Oregon und am Columbiastrom sammeln und importirt denselben bei uns.

Im vorigen Jahre z. B. wurden durch diesen Herrn über hundert Pfund Samen beschafft und im ganzen Lande an etwa die gleiche Zahl Forstbesitzer und andere Interessenten abgegeben. Viele Hunderttausende von jungen Douglas-Fichten harren, aus dieser Saat stammend, unter der schützenden Decke unseres heimathlichen Schnees der Frühjahrssonne, um sich zu neuem Wachsthum wecken zu lassen. Auch in diesem Jahre hat Herr von Saint-Paul, wie wir hören, wieder größere Quantitäten Samen, besonders für den Märkischen Forstverein, sammeln lassen, auf dessen Veranlassung ausgedehnte systematische Anbau-Versuche gemacht werden. Uebrigens ist der Samen nicht so theuer, wie wir neulich mittheilten, sondern kostet nur etwa vierzig Mark das Pfund; an den Märkischen Forstverein überläßt Herr von Saint-Paul den Samen sogar für siebenzig Mark das Kilogramm.

Wir können nur wünschen, daß bei dem lebhaften Interesse, welches jetzt überall der Aufforstung zugewendet wird, dieser raschwüchsige Nutzholzbaum reichlich Verwendung finde.