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Titel: Neue Lebensversicherung
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aus: Die Gartenlaube, Heft 50, S. 800
Herausgeber: Ernst Keil
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Erscheinungsdatum: 1865
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[800] Neue Lebensversicherung. Eine der wichtigsten und genialsten Erfindungen ist es, welche uns im Nachfolgenden beschäftigt. Mit welchen bangen, unheimlichen Gefühlen haben die Kohlendunst-Erstickungsfälle, namentlich der letzteren Zeit, alle Welt erfüllt! Hat doch die Erfahrung es bewiesen, daß eine vollständige Sicherheit gegen Kohlenoxydgasvergiftungen bis jetzt noch in keiner Weise zu ermöglichen ist. Mit oder ohne Ofenklappe, mit oder ohne hermetisch schließende Ofenthür, gleichviel, bei welcherlei Heizungsmaterial – ja, sogar im ungeheizten Zimmer, immerfort sind wir der grausigen Gefahr ausgesetzt, denn im letzteren Falle kann das Gift sogar von einer der neben, unter oder über uns liegenden Wohnungen durch unsern Ofen bei uns eindringen.

Jetzt aber kaufen wir uns einen kleinen, eleganten und billigen Apparat, eine Art von Wecker, setzen denselben in der dem Ofen entferntesten Ecke des Schlafzimmers auf die Erde und begeben uns getrost und zuversichtlich zur Ruhe – denn beim Eindringen der geringsten Kleinigkeit von Kohlenoxydgas beginnt die schrille Glocke dieses Weckers in solcher Weise zu läuten, daß auch der am festesten Schlafende aufgerüttelt werden muß.

Dieser Apparat ist in folgender Weise construirt: Ein offener, der Stubenluft ausgesetzter Cylinder enthält eine Flüssigkeit, welche ein empfindliches Reagens auf Kohlenoxydgas ist. Bei dem geringsten Ausströmen dieses letzteren wirkt es sofort auf die Flüssigkeit ein, diese wird dadurch aber urplötzlich in der Weise umgewandelt, daß sie wiederum auf die Leiter einer galvanisch-elektrischen Vorrichtung einzuwirken und durch diese die schrille, weckende Glocke in Bewegung zu setzen vermag.

Der Erfinder dieses Apparates ist ein Chemiker, Dr. Carstanjen in Berlin, dessen Geheimniß natürlich, mindestens vorläufig, die Zusammensetzung der Reagentien bleiben muß. Nach einer privaten Mittheilung steht er jedoch bereits im Begriff, ein Patent auf den „Wecker“ zu erlangen.

Sollte auch wirklich vorerst die praktische Ausführung dieser Idee noch nicht gelingen, immer bleibt dieselbe sehr genial und Herrn Carstanjen’s Verdienst, die Wissenschaft auf einen solchen, für die gesammte Menschheit so wichtigen Gedanken geleitet zu haben, unbestritten ein sehr großes.