Naturarithmetik

Textdaten
<<< >>>
Autor: unbekannt
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Naturarithmetik
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 17, S. 202
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1854
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[202] Naturarithmetik. Zum Beweise, wie nothwendig es ist, daß den erzeugenden Naturkräften andere zerstörende entgegenwirken, mag Folgendes dienen. – Das Bilsenkraut, vielleicht die saamenreichste Pflanze, würde nur eine Zeit von vier Jahren brauchen, um die ganze Oberfläche der Erde zu bedecken, wenn all’ ihr Saame Wurzel triebe. Ein Stengel dieses Krautes enthält zuweilen 5000 Saamenkörner; diese Zahl auf 1000 herabgesetzt, so würde sich die vierte Zeugung bereits auf 10,000,000,000,000,000 belaufen. Man berechnet aber die Erdfläche auf 5,359,758,336,000,000 Quadratfuß. Folglich würde, wenn man einem Stengel auch nur einen Quadratfuß einräumte, die ganze Erdfläche nicht für alle die Pflanzen hinreichen, die aus einer einzigen Bilse am Ende der vierten Zeugung, oder des vierten Jahres entsprössen. – Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Thierreiche. So würde z. B. die Nachkommenschaft einer einzigen Sau, die sechs Junge wirft, worunter zwei männliche und vier weibliche, wenn von diesen weiblichen ein jedes wieder sechs Junge, in gleichem Verhältniß der männlichen und weiblichen, in jedem Jahre zur Welt brächte und keines zerstört würde, sich in zwölf Jahren auf 33 Millionen, 554,430 belaufen. – Ungeheuer würde vollends die Vermehrung solcher Thiere sein, die nur wenige Wochen tragen, wie z. B. die Kaninchen, die Katzen u. s. w. Schon nach einem halben Jahrhundert würde die Erde nicht mehr im Stande sein, sie zu bergen und zu ernähren. – Nur wenige Jahre bedürfte es, und ein einziger Hering könnte den ganzen Ozean mit seiner Nachkommenschaft bevölkern. Wir wollen nur bei einem eitragenden Fisch 2000 annehmen, aus welchen tausend Männchen und tausend Weibchen ihr Dasein empfingen, so würden es im zweiten Jahre schon mehr als 2,000,000 im dritten 200,000,000, und im achten Jahre mehr sein als 2,000,000,000,000,000,000,000,000 Heringe. Nun enthält aber der ganze Erdkörper kaum so viel Cubikzoll, der Ozean würde also diese Fische nicht fassen können, selbst wenn er die ganze Oberfläche der Erde mit ihrer ganzen Tiefe einnähme.