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Titel: Max Maria von Weber
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aus: Die Gartenlaube, Heft 19, S. 320
Herausgeber: Ernst Ziel
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Erscheinungsdatum: 1881
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[320] Max Maria von Weber, einer unserer ältesten Mitarbeiter, ausgezeichnet durch große Fülle des Wissens wie durch den seltenen Vorzug einer künstlerisch feinfühligen Darstellungsgabe, gehört seit dem zweiten Osterfeiertage zu den Todten. Auf einem Spaziergange in der Nähe Berlins – der letzten Stätte seines Wirkens – plötzlich vom Herzschlag ereilt, beschloß er allzu früh sein thätiges Leben. Als Sohn des allbekannten Tondichters Karl Maria von Weber 1822 zu Dresden geboren und auf der dortigen Polytechnischen Schule ausgebildet, widmete er sich dem Eisenbahn-Ingenieurfache und wirkte nach langjährigen Reisen in Europa und Afrika in hohen und einflußreichen Fachstellungen, zuerst im sächsischen, dann im österreichischen, zuletzt im preußischen Staatsdienste. Seine Tüchtigteit und seine Kenntnisse auf technischem, wirtschaftlichem und administrativem Gebiete bewährten sich in seinen verantwortungsvollen Aemtern auf’s Glänzendste.

Schriftstellerisch hat Weber sich mannigfach bethätigt. Unter seinen zahlreichen, dem Felde der Eisenbahntechnik angehörigen Werken erwähnen wir hier nur seine „Schule des Eisenbahnwesens“. Weithin bekannt geworden ist Weber’s im Verlage der „Gartenlaube“ erschienenes Lebensbild seines Vaters: „Karl Maria von Weber“ (1864 bis 1866), ein in musikliebenden Kreisen mit Recht geschätztes Werk, gleich bedeutsam durch den Reichthum eines geistvollen Inhalts wie durch die Wärme einer stets lichtvollen Darstellung. Speciell den Lesern unseres Blattes bekannt und werth geworden ist Weber aber durch seine zahlreichen Artikel aus dem Gebiete der Biographie – wir erinnern nur an die Aufsätze über Karl Maria von Weber und Robert Stephenson –, der Reiseliteratur und des Eisenbahnwesens.

Durch das Band herzlicher Freundschaft mit dem edlen Schöpfer der „Gartenlaube“, unserem theuern Ernst Keil, verbunden, stand er seit dem Jahre 1855 mit nimmer müder, stets kampf- und schaffensfreudiger Feder in den Reihen der Unsrigen, und bis zuletzt bekundeten seine werthvollen Beiträge zu unserem Blatte jene echt feuilletonische Ader, welche Fülle des Inhalts mit Frische der Form verbindet. Ein leuchtendes Beispiel hierfür war noch eine seiner letzten Schilderungen, jene mit so einmüthigem Beifall aufgenommene kleine Erzählung aus dem Eisenbahnleben. „Um eines Knopfes Dicke“. Unsere Leser werden mit uns dem treuen Freunde der „Gartenlaube“ ein freundliches Andenken gewiß nicht versagen. Die Reihen unserer Streiter von der alten Garde lichten sich mehr und mehr – um so wehmütiger gemahnt uns jede neu gerissene Lücke: Max Maria von Weber’s Hingang bedeutet uns einen der schmerzlichsten Verluste.