Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Zarlīno“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 16 (1890), Seite 834
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Zarlīno. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 16, Seite 834. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Zarl%C4%ABno (Version vom 17.04.2023)

[834] Zarlīno, Giuseppe, Komponist und Musikgelehrter, geb. 22. März 1517 zu Chioggia bei Venedig, wurde, nachdem er in seiner Vaterstadt die Diakonatsweihe erhalten hatte, Schüler des zu Venedig als Kapellmeister der Markuskirche angestellten Niederländers Adrian Willaert und 1565 dessen zweiter Amtsnachfolger. Er starb 14. Febr. 1590 in Venedig, als Musiker wie als Mensch hochgeehrt, wie dies unter anderm seine 1582 erfolgte Wahl zum Kanonikus der Hauptkirche von Chioggia beweist, welche Ehre er jedoch nicht annahm, sondern bis zu seinem Tod auf seinem Kapellmeisterposten verharrte. Als Komponist hat er sich mit einem Achtungserfolg begnügen müssen, seine theoretischen Arbeiten dagegen sind von bahnbrechender und unvergänglicher Bedeutung. Namentlich ist ihm die Einführung des später nach ihm benannten reinen diatonischen Systems zu danken, in welchem die vor seiner Zeit als Dissonanz angesehene große Terz durch eine veränderte Einteilung der Tonleiter (Annahme eines kleinen Ganztons 9 : 10 neben dem großen 8 : 9) auf das einfache Zahlenverhältnis 4 : 5 gebracht und damit zur Konsonanz wurde. Seine Hauptwerke sind: „Istituzioni harmoniche“ (1558); „Dimostrazioni harmoniche“ (1571) und „Sopplimenti musicali“ (1588). Vgl. Ravagnan, Elogio di Giuseppe Z. (Vened. 1819); Caffi, Storia della musica sacra nella già capella ducale di San Marco in Venezia (das. 1854–55).