Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Vorheriger
Yvorne
Nächster
Zaandam
Wikisource-logo.svg

Wikisource-Seite: [[{{{Wikisource}}}]]

Tango style Wikipedia Icon.svg
Wikipedia-Artikel: Z
Wiktionary small.svg
Wiktionary-Eintrag: Z
Seite mit dem Stichwort „Z“ in Meyers Konversations-Lexikon

Originalseite(n)
810, 811

korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Empfohlene Zitierweise
Z. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1888–1889, Bd. 16, S. 810. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=MKL1888:Z&oldid=- (Version vom 21.09.2014)

Z (zet), z, lat. Z, z, im deutschen Alphabet Bezeichnung des Doppellautes ts, sowohl in heimischen als in Fremdwörtern, wo es jedoch auch weiches s bedeuten kann. In deutschen Wörtern ist z besonders im Anlaut häufig und in der Regel durch Lautverschiebung aus älterm t entstanden, das die andern germanischen Sprachen noch bewahrt haben, das aber seinerseits aus noch älterm d entstanden ist. So findet sich für unser zehn im Englischen ten, im Lateinischen aber decem, im Sanskrit daçan. In Fremdwörtern steht es für fremdes z, z. B. in Zone, Gaze, aber auch für fremdes c, z. B. in Zigarre, [811] Zirkel; die Schreibung mit z in solchen Wörtern hat besonders in Österreich und Süddeutschland (neue bayrische Orthographie) stark um sich gegriffen und findet auch in „Meyers Konversations-Lexikon“ Anwendung. Als Verdoppelung von z gilt tz; ursprünglich sollte jedoch dieses Zeichen nur ein wie z auszusprechendes t bedeuten und wurde daher auch nach Konsonanten gesetzt. Ursprünglich, im Phönikischen, war das z ein einfacher Zischlaut (Sain); die Griechen verwendeten es aber als Bezeichnung ihres Doppellauts ds (Zeta) und gaben ihm die sechste Stelle in ihrem Alphabet; die Römer setzten es früh außer Kurs, führten es aber um 100 v. Chr. zur Wiedergabe griechischer Wörter aufs neue ein, wobei sie ihm die letzte Stelle in ihrem Alphabet anwiesen. Im Französischen, Englischen, Dänischen, Schwedischen und den slawischen Sprachen dient z in der Regel zur Bezeichnung des weichen s. Das italienische und spanische z hat den Doppellaut ds bewahrt.

Abkürzungen.

Als symbolisches Zeichen bedeutet Z auf römischen Inschriften 1/3 As, ZZ 2/3 As; Z bei den alten Ärzten 1½ Unze oder auch den achten Teil einer Unze = 1 Drachme oder auch den dritten Teil einer Unze = 8 Skrupel; ZZ bei den alten Ärzten die Myrrhe (Smyrne), im Mittelalter den Ingwer. In der Mathematik bezeichnet man mit z die dritte vorkommende unbekannte Größe. Als Zahlzeichen ist es im Hebräischen = 90, im Griechischen ζ = 7 und ͵ζ = 7000, im Lateinischen zuweilen = 2000, im Gotischen = 7.

z. D. = zur Disposition (s. Offizier).
Z. F., auf Kurszetteln = Zinsfuß.