Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Straßenpost“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 17 (Supplement, 1890), Seite 779780
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Straßenpost. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 17, Seite 779–780. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Stra%C3%9Fenpost (Version vom 27.12.2022)

[779]  Straßenpost, die zur Beschleunigung der Einsammlung und Bestellung der am Ort ausgelieferten, [780] für Empfänger am Ort bestimmten Briefsendungen (Stadtbriefe) seit Anfang November 1889 in Berlin eingerichteten zweispännigen Postfahrten. Die zu dem Zweck besonders gebauten Wagen haben einen 2,26 m langen, 2,11 m hohen und 1,69 m breiten, auf doppelten Langbäumen und Federn ruhenden, durch zwei Fenster und Oberlicht erhellten Wagenkasten. Sie tragen die Inschrift: „Straßenpost“, sind mit Schildern, welche die Fahrtrichtung angeben, versehen und mit einem Briefkasten ausgestattet. Im Innern befinden sich Wertgelaß, Stempeltisch, Pack- und Aufschneidetisch und geräumige Sortierfachwerke, an welchen 1–2 gewandte, mit dem Straßennetz und den Bestelleinrichtungen Berlins vertraute Unterbeamte während der Fahrt die von den Postanstalten unterwegs zugeführten Stadtbriefe verteilen. Die Straßenposten laufen auf elf Linien von 10 Uhr morgens bis 7 Uhr abends stündlich zwischen dem Stadtpostamt (Spandauer Straße) und den 47 Postanstalten der Hauptstadt, welche Briefbestellung haben (Bestellpostanstalten). Ihr Gang ist so geregelt, daß sie durchschnittlich jeden Kurs nach einer Richtung in 22 Minuten befahren und alle Stunden beim Stadtpostamt zusammentreffen. Sie vermitteln den Austausch der Stadtbriefe (täglich durchschnittlich 150,000) zwischen den Bestellpostanstalten und führen die von auswärts für Berlin eingegangenen Briefsendungen vom Stadtpostamt den einzelnen Bestellpostanstalten zu. Bei letztern werden unmittelbar nach der Ankunft der S. die Briefe durch die Briefträger ausgetragen. Die durch die Einrichtung der S. erzielte Beschleunigung in der Bestellung der Stadtbriefe ist besonders für Sendungen zwischen benachbarten Bestellpostanstalten sehr erheblich; sie beträgt mindestens eine Stunde, in einzelnen Fällen noch mehr. Die Kosten der neuen Einrichtung sind auf rund 50,000 Mk. jährlich veranschlagt.