Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Omejjaden“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 12 (1888), Seite 388
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Omejjaden. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 12, Seite 388. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Omejjaden (Version vom 07.09.2021)

[388] Omejjaden (Omajjaden, Omajjiden), arab. Geschlecht, aus welchem mehrere Herrscherdynastien hervorgingen, gehörte, wie die Familie Haschem, aus welcher Mohammed abstammte, zum Stamm Koreisch, der über Mekka herrschte. Stammvater war Omejja, Sohn Abd Schems und Enkel Abd Menafs. Als Mohammed in Mekka auftrat, hatten die O. bedeutendes Ansehen daselbst, und ihr Oberhaupt Abu Sofian, der Gemahl der schreckliche Hind, Omejjas Enkel, war einer der Anführer der Koreischiten im Kampf gegen Mohammed, den er bei Ohod 625 besiegte, und dem er sich erst 630 unterwarf. Abu Sofians Sohn Muawija ward von Othman zum Statthalter von Syrien ernannt, trat nach dessen Ermordung 656 als Bluträcher für ihn auf und empörte sich gegen Ali. Nach dem unentschiedenen Kampf mit Ali bei Siffin 657 ward er in Damaskus zum Beherrscher der Gläubigen ausgerufen und nach Alis Ermordung und Ausrottung seiner Nachkommen 661 allgemein als Kalif anerkannt. Mit ihm beginnt die erste Dynastie der O. im Araberreich, welche, in Damaskus residierend, dem Reich 14 Kalifen gab, die Herrschaft des Islam zur höchsten Blüte und Ausbreitung brachte, Künste und Wissenschaften pflegte und bei der allgemeinen Ermordung der O. durch die Abbassiden mit Merwan II. 750 untergang (s. Kalifen, S. 389 f.). Der Ermordung entgingen nur zwei Mitglieder, von denen das eine, Abd ur Rahmân, nach Spanien entkam und dort 755 der Begründer der zweiten Dynastie der O. zu Cordova wurde; die Herrschaft derselben (755–1031) endigte mit der Thronentsagung Hischams III., nach welcher das schon seit längerer Zeit im Innern zerrüttete Kalifat von Cordova in einzelne kleine Königreiche zerfiel (s. Spanien, Geschichte). Vgl. Aschbach, Geschichte der O. in Spanien (2. Ausg., Wien 1860); Gayangos, History of the Mohammedan dynasties in Spain (Lond. 1840–43, 2 Bde.); Dozy, Geschichte der Mauren in Spanien (deutsch, Leipz. 1874). Als eine dritte Dynastie rechnet man zu den O. die der Beni Taher, welche 1453–1517 über Jemen herrschte und mit Amir ibn Abd ul Wehhab erlosch.