Meyers Konversations-Lexikon
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Empfohlene Zitierweise
M. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1888–1889, Bd. 11, S. 21. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=MKL1888:M&oldid=- (Version vom 22.09.2014)

M (em), m, lat. M, m, der labiale Nasal, wird dadurch gebildet, daß man, wie bei der Aussprache der Vokale, die Stimmbänder in regelmäßige Schwingungen versetzt, aber den Stimmton nicht aus dem Mund, sondern an dem schlaff herabhängenden Gaumensegel vorbei durch die Nase hinaustreibt, während gleichzeitig die Lippen, ähnlich wie bei der Aussprache des b, geschlossen werden. Am Schluß der Wörter sinkt das m leicht zu einem bloßen nasalen Nachklang herab oder wird ganz abgeworfen. Beide Erscheinungen zeigen sich besonders häufig in den romanischen Sprachen, z. B. franz. on aus homo, ital. buono aus bonum; auch im Lateinischen wurde das auslautende m häufig gar nicht ausgesprochen und daher auch beim Lesen der Verse vor Vokalen stets übergangen. Der Buchstabe m stammt von dem phönikischen Mem („Wasser“) ab.

Abkürzungen.

Als Zahlzeichen bedeutet M im Griechischen 40, im Lateinischen (eigentlich CIↃ) 1000, MM = 2000. In römischen Handschriften etc. steht M. für Marcus, Manlius, Magister, Monumentum, Municipium etc. Jetzt ist (oder Mk.) allgemeine Abkürzung für Mark, desgleichen m für Meter; in der Grammatik steht m. für Maskulinum; bei Bezeichnung von Handfeuerwaffen bedeutet M s. v. w. Modell (z. B. Infanteriegewehr M/71 = Modell vom Jahr 1871); in der (Klavier-) Musik s. v. w. mano oder main (Hand), in Orgelkompositionen s. v. w. Manual. In Frankreich ist M. allgemein Abkürzung für Monsieur, MM. für Messieurs.

μ (griech. mi), in der Mikroskopie = Mikromillimeter (0,001 oder 1/1000 Millimeter).
M., bei naturwissenschaftl. Namen = J. W. Meigen (s. d.).
M’ = Manius (altrömischer Name) oder = Mac (s. d.).
MA. = Mittelalter.
M. A. = Magister artium (engl. Master of arts, franz. Maître ès arts); vgl. Magister.
M. B., in England = Medicinae Baccalaureus (engl. Bachelor of Medecine); auch = Musicae Baccalaureus, Bachelor of Music.
M. B. = Marschall von Bieberstein (s. Bieb.).
M. C. = mio conto (ital.), mein Konto (s. d.); in Nordamerika = Member of Congress, Kongreßmitglied.
m. d. = mano destra (ital.) oder main droite (franz.), rechte Hand.
M. D. = Medicinae Doctor, Doktor der Medizin.
m. d. s., früher auf Rezepten = misce, da, signa (lat.), mische, gib, bezeichne.
M. et K., bei botan. Namen Abkürzung 1) für F. K. Mertens, geb. 1764 zu Bielefeld, gest. als Direktor der Handelsschule in Bremen; – 2) für W. D. J. Koch, geb. 1771 zu Kusel, gest. 1849 als Professor in Erlangen. Flora Deutschlands.
m f = mezzo forte (ital.), etwas stark.
m. f. p., früher auf Rezepten = misce, fac pulverem (lat.), mische, mache Pulver.
m. g. = main gauche (franz.), linke Hand.
M. M. = Mälzels Metronom (s. Taktmesser).
m. m. = mutatis mutandis (s. d.).
m. p. oder m. pr. = mensis praeteriti (lat.), des vergangenen (vorigen) Monats.
M. P., in England = Member of Parliament (s. d.).
m p = mezzo piano (ital.), ziemlich leise.
m. pp. oder m. pr. = manu propria (lat.), eigenhändig (in Urkunden oft der Unterschrift beigefügt).
M. R. A. S., in England = Member of the Royal Asiatic Society; desgleichen: M. R. G. S. = Member of the Royal Geographical Society, etc.
m. s. oder m. sin. = mano sinistra (ital.), linke Hand.
MS. = Manuskript; auf Blaufarbenfässern = Mittelsorte oder Mittelsafflor.
M. s. c. = Mandatum sine clausula, „Bevollmächtigung ohne Einschränkung“, namentlich ohne Vorbehalt der Genehmigung des Auftraggebers für wichtigere Handlungen des Bevollmächtigten.
m/R. = meine Rechnung (s. Konto).