Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Köberle“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 9 (1887), Seite 896
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Köberle. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 9, Seite 896. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:K%C3%B6berle (Version vom 16.01.2023)

[896] Köberle, Georg, Schriftsteller und Dramaturg, geb. 21. März 1819 zu Nonnenhorn am Bodensee, kam nach Besuch des Gymnasiums zu Augsburg in das von Jesuiten dirigierte Collegium germanicum zu Rom, aus dem er entfloh, um in München Philosophie und Jura zu studieren. In Leipzig, wohin er sich 1845 wandte, schrieb er die Aufsehen machenden „Aufzeichnungen aus dem deutschen Kolleg in Rom“ (Leipz. 1846) und begann 1849 seine Laufbahn als Dramatiker mit dem fünfaktigen Drama „Die Mediceer“ (Mannh. 1849), dem zunächst die geschichtliche Tragödie „Heinrich IV. von Frankreich“ (Leipz. 1851) folgte, die mit dem Festspiel „Des Künstlers Weihe“, dem Schauspiel „Max Emanuels Brautfahrt“, dem Vorspiel „Zwischen Himmel und Erde“, dem Schauspiel „George Washington“ und der Tragödie „Die Heldin von Yorktown“ zusammen den Inhalt der „Dramatischen Werke“ (Stuttg. 1873, 2 Bde.) ausmacht. Dramatiker von wirklichem Beruf, suchte K. durch eine die Jahre 1853–56 umfassende Direktionsführung in Heidelberg sich auch praktische Erfahrungen anzueignen und wurde infolge seiner Reformschrift „Die Theaterkrisis im neuen Deutschen Reich“ (Stuttg. 1872) im Oktober 1872 zum Leiter des Karlsruher Hoftheaters ernannt. Ostern 1873 seiner Stelle wieder verlustig gegangen, siedelte er zunächst nach Mannheim, später nach Wien über, wo er gegenwärtig noch lebt, und veröffentlichte seitdem die Schriften: „Meine Erlebnisse als Hoftheaterdirektor“ (2. Aufl., Leipz. 1874); „Berliner Leimruten und deutsche Gimpel“ (das. 1875, 4 Hefte); „Der Verfall der deutschen Schaubühne und die Bewältigung der Theaterkalamität“ (das. 1880). Außerdem schrieb K., dem der Großherzog von Baden 1879 aus freiem Entschluß einen lebenslänglichen Gehalt von 5000 Mk. aussetzte, noch den Roman „Alles um ein Nichts“ (Leipz. 1871, 3 Bde.) und die gegen den Jesuitismus gerichtete Schrift „Deutsche Antwort auf welsche Projekte. Enthüllungen über die Palastrevolution im Vatikan etc.“ (Stuttg. 1870).