Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Vorheriger
Iztaccihuatl
Nächster
Jabalpur
Wikisource-logo.svg

Wikisource-Seite: [[{{{Wikisource}}}]]

Tango style Wikipedia Icon.svg
Wikipedia-Artikel: J
Wiktionary small.svg
Wiktionary-Eintrag: J
Seite mit dem Stichwort „J“ in Meyers Konversations-Lexikon

Originalseite(n)
111

korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Empfohlene Zitierweise
J. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1888–1889, Bd. 9, S. 111. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=MKL1888:J&oldid=- (Version vom 16.09.2014)

J, j, lat. J, j (Jot, ungut Jod), der tönende Reibelaut, der entsteht, wenn man bei tönender Stimme den mittlern Teil der Zunge dem harten Gaumen nähert und durch diese Enge den Stimmton austreten läßt. Der entsprechende tonlose Reibelaut ist das ch in ich. Es gibt aber auch ein halbvokalisches, wie ein rasch gesprochenes i klingendes j, z. B. im englischen yes; auch in der süddeutschen Aussprache kommt es häufig vor. Die Griechen und Römer kannten den Konsonanten J nicht, wenn auch den letztern nicht entging, daß sie das j vor einem Vokal anders und zwar ähnlich wie einen Konsonanten aussprachen, wie auch mehrere, darunter besonders Cicero, z. B. maiius statt maius schrieben. Erst im 16. und 17. Jahrh. ward das j in lateinischen Büchern eingeführt und ging von da bald ins Hochdeutsche über, wo es nun die zehnte Stelle im Alphabet einnimmt. In den nordischen und slawischen Sprachen hat das j ebenfalls erst in neuerer Zeit Eingang gefunden. Die Engländer und Franzosen drücken den Laut des j durch y aus, dagegen wird j im Englischen etwa wie dsch, im Französischen und Portugiesischen wie ein sehr weiches sch ausgesprochen; im Spanischen fällt er mit der Aussprache des hier wie ein scharfes ch gesprochenen x zusammen, daher man viele Wörter, die man sonst mit x schrieb, jetzt mit j schreibt (z. B. Mejico statt Mexico). Die italienische Aussprache hat das j für lateinisches l nach Konsonanten, z. B. in fiume, lateinisch flumen, in den Lautverbindungen ci und gi mit folgendem Vokal, wo es aber nur ganz schwach mitklingt, z. B. Brescia, maggiore (spr. brescha oder breschja, madschore oder madschjore); außerdem wird in der Schrift j (spr. i) zuweilen für das ii des Plurals gesetzt (z. B. collegj für collegii). Bei arabischen, türkischen, persischen, indischen und andern Wörtern wird häufig der Laut sch oder dsch von Franzosen und Engländern mit j wiedergegeben; Wörter dieser Art sind in diesem Buch unter Dsch oder Sch zu suchen.

[Abkürzungen.] In der Chemie ist J das Zeichen für Jod. – J. P. in England = Justice of the Peace, „Friedensrichter“. Im übrigen steht in lateinischen Abkürzungen meist I an Stelle von J, z. B. I. C. statt J. C. (vgl. Artikel I“, S. 861).