Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Galuppi“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 6 (1887), Seite 870
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Galuppi. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 6, Seite 870. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Galuppi (Version vom 11.04.2021)

[870] Galuppi, Baldassaro, Opernkomponist, geb. 1703 auf der Insel Burano bei Venedig als der Sohn eines Barbiers, kam im 16. Jahr nach der letztern Stadt, wo er anfangs als Organist mehrerer kleiner Kirchen eine kümmerliche Existenz führte. Bald darauf brachte er die komische Oper „La fede nell’ incostanza“ zur Aufführung, welche vollständig durchfiel, da er zuvor keinerlei Kompositionsstudien gemacht hatte. Eine zweite Oper: „Dorinda“, mit der er 1729 an die Öffentlichkeit trat, nachdem er inzwischen den Unterricht Lottis (s. d.) genossen, hatte dagegen guten Erfolg, und da er überdies ein gewandter Klavierspieler war, so gestaltete sich seine Künstlerlaufbahn von nun an bis zu seinem Tod zu einer glänzenden. Von 1741 bis 1744 war er in London, wo er mehrere seiner Opern zur Aufführung brachte. Nach Italien zurückgekehrt, entfaltete er eine solche Fruchtbarkeit, daß er bald alle Opernbühnen der Halbinsel beherrschte. 1762 wurde er als Kapellmeister der Markuskirche zu Venedig angestellt, folgte 1765 einem Ruf nach Petersburg, wo er drei Jahre hindurch reiche Triumphe feierte, kehrte dann aber wieder in sein Amt nach Venedig zurück und starb hier im Januar 1785. G. hat 70 Opern geschrieben, von denen sich namentlich die komischen durch gesunden Humor, reichen Melodienfluß und dramatische Wirksamkeit auszeichnen, wenn auch nicht zu verkennen ist, daß seine Musik bereits der Periode des Verfalles der italienischen Opernmusik angehört.